Religion

Wie wird man Jude?

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Von Autor/in Edna Brocke

Judentum missioniert nicht

Das Judentum ist nicht darauf aus, Menschen, die nicht gebürtige Juden sind. irgendwie zu überzeugen, jüdisch zu werden. Aber wenn das jemand aus eigener Initiative möchte, beispielsweise wenn jemand einen jüdischen Partner hat und bereit ist, jüdisch zu werden, damit die Familie später eins ist, dann sagen die Juden: Das ist okay.

Kind einer jüdischen Mutter ist von Geburt an jüdisch

Allerdings kann der Übertritt natürlich nur auf der religiösen Schiene vollzogen werden, denn die Mutter kann ich dann ja nicht mehr auswechseln. Der Sohn oder die Tochter einer jüdischen Mutter ist automatisch per Geburt Jude oder Jüdin. Das ist unabhängig davon, ob diese Person in ihrem späteren Leben eine sehr gläubige Person ist oder nicht. Diese Person ist jüdisch.

Man kann also nur auf der religiösen Ebene zum Judentum übertreten, aber das ist ein langer Prozess. Man muss sehr viel lernen. Eine Frau muss vorweisen, dass sie eine koschere Küche führen kann. Wenn es ein Mann ist, muss er zeigen, dass er im Gottesdienst mitkommt. Es sind viele Erfordernisse, die im engeren, religiösen Sinne und vielleicht auch im juristischen Sinne relevant sind.

Tauchbad und Beschneidung

Wenn der Kandidat oder die Kandidatin die entsprechende Prüfung vor einem Gericht von drei Rabbinern abgelegt hat, bekommt der Kandidat oder die Kandidatin den Zettel mit dem Stempel. Wenn es eine weibliche Kandidatin ist, geht sie einmal ins Tauchbad. Wenn es ein männlicher Kandidat ist, wird außerdem noch eine medizinische Beschneidung vollzogen. Ab dem Zeitpunkt, wo er oder sie die ganze Prozedur überstanden hat, sind beide zu hundert Prozent akzeptiert als Mitglieder der jüdischen Gemeinde und als Juden.

Zeitmessung Warum hat der Tag zwei mal zwölf Stunden?

Bevor es künstliches Licht gab, waren Tag und Nacht für die Menschen getrennte Welten. Aber wie konnte man nachts die Zeit überhaupt einteilen? Von Britta Wagner und Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Sprache Woher kommt das Wort "Tohuwabohu"?

Das Wort kommt aus der hebräischen Bibel, also dem "Alten Testament“, und zwar aus dem zweiten Satz. Der erste lautet bekanntlich: Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. "Bereschit bara Elohim et haSchamaim we‘et ha‘arez“, und dann geht es gleich weiter: va ha‘arez hajita tohu vavohu. Und die Erde war wüst und leer. Dieses "wüst und leer“ ist somit nichts anderes die Lutherübersetzung des biblischen "Tohuwabohu“ ("b“ und "v“ werden im Hebräischen durch den gleichen Buchstaben dargestellt)
"Tohu“ bedeutet so viel wie "leer“, "vohu“ entspricht dem deutschen Begriff öde oder eben wüst. Und das "wa“ heißt einfach nur "und“. Also eigentlich steht da, strenggenommen nicht: Die Erde war wüst und leer, sondern umgekehrt: leer und wüst. Aber die Freiheit hat sich Luther genommen.
Diesen Ursprung des Ausdrucks kennen heute viele nicht mehr – heute ist Tohuwabohu einfach ein Synonym für Chaos – was ja in der Bibel auch gemeint war: Die Welt war völlig unsortiert. Es gab keine Trennung von Land und Wasser, noch nicht einmal von Licht und Finsternis. Das war das Tohuwabohu der Bibel.
Sprachlich interessant ist auch, dass der Bibeltext zwei klanglich ähnliche Wörter verwendet, eben "tohu“ und "bohu“. Das ist ein sprachliches Stilmittel, ein "Homoioteleuton“ – das kennen wir im Deutschen auch in Ausdrücken wie: "Klein, aber fein“, "richtig und wichtig“, "Lug und Trug. Aber diesen Gleichklang von Tohuwavohu ins Deutsche zu übertragen, das hat selbst der sprachverliebte Martin Luther nicht geschafft. Auf "wüst“ reimt sich nun mal nichts Passendes. Wenn man es drauf anlegt, könnte man texten: Die Erde war öde und schnöde … aber das trifft nicht wirklich den Zustand des Tohubabohu. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Geopolitik Wie entstand der Gazastreifen als politisches Gebilde?

Schon beim Blick auf die Landkarte wirkt der Gazastreifen merkwürdig. Ein kleiner schmaler Küstenstreifen, eingekapselt zwischen Israel und Ägypten. Wie entstand dieses Gebiet? Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Stereotype Wann ist Israelkritik antisemitisch?

Kritik an konkreten Handlungen ist legitim. Mithilfe der 3-D-Regel lässt sich prüfen, unter welchen Bedingungen Israelkritik antisemitisch ist. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.