Der Verfassungsschutz hält Scientology nicht mehr für relevant. Die Organisation wird seit 1997 beobachtet, das soll aber jetzt eingestellt werden. Kritiker warfen Scientology verfassungsfeindliche Ziele vor. So strebe die Organisation an, eine "scientologische" Gesellschaft nach eigenen Vorstellungen zu errichten – heißt es im letzten Verfassungsschutzbericht für 2024. Andreas Oelze, Weltanschauungsbeauftragter der evangelischen Landeskirche in Württemberg, hält Scientology aber nach wie vor für gefährlich. Er sagt in SWR Aktuell: "Ich habe nicht den Eindruck, dass sich Scientology in eine Richtung bewegt habe, die weniger problematisch ist als früher." Entsprechend ende die Beobachtung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz, weil es dringendere Aufgaben gebe. "Die Gesellschaft, die dem Scientology-Gründer Ron Hubbard vorschwebte, ist mit der freiheitlichen Grundordnung nicht vereinbar. Nur die Einflussmöglichkeiten sind mittlerweile zu gering, als dass davon eine unmittelbare Gefährdung ausgeht." Wie die verbliebenen 3.600 Scientology-Mitglieder in Deutschland in Erscheinung treten, wollte SWR Aktuell-Moderator Pascal Fournier von Andreas Oelze wissen.