„Innovation ist wichtiger als jemals zuvor“
Was bringt uns 2026? Und was bringt der SWR 2026? SWR Intendant Kai Gniffke eröffnete die SWR Insights mit einem Blick auf die SWR Programm-Highlights. Er skizzierte eindrücklich, wie sich der SWR systematisch mit Zukunftsszenarien auseinandersetzt, um auch in einer sich rasant verändernden Medienwelt relevant und für die Nutzenden aktuell zu bleiben. „Wir brauchen in Zeiten, die härter werden, unabhängige und qualitätsbewusste Medien“, betonte Kai Gniffke. „Und wir brauchen den Dialog, wie heute Abend.“
ESC – Wie hält man einen 70 Jahre alten Song Contest up to date?
Tina Sikorski, Head of Delegation, gab exklusive Einblicke in die Vorbereitungen des deutschen ESC-Vorentscheids in Berlin. Sie nahm die Insights-Gäste live per Video-Call mit zu den Proben ins Studio. Denn die Federführung beim Eurovision Song Contest innerhalb der ARD und damit deutschlandweit liegt erstmals in der Verantwortung des SWR.
Zukunftstrends im Fokus
Die Audio- und Podcast-Welt stand ebenfalls im Mittelpunkt: Denn aus der ARD Audiothek wird im März ARD Sounds. Kajsa Norell (ARD Sounds) und Manuel Dörflinger (Radio Unit BW) gaben einen Einblick in aktuelle Trends und Themen. „Es geht darum, Inhalte zu schaffen, die Menschen berühren und begleiten – sei es im Alltag oder in besonderen Momenten“, betonte Kajsa. Ob "Mafia Land" oder „Dark Matters“, bei den Podcasts entwickle der SWR Produkte, die bundesweit relevant seien, erklärte Manuel die Podcast-Strategie.
Florian Schmitt von der Strategischen Unternehmensentwicklung präsentierte den ARD Trendradar 2026 „Zukunft ist wie ein Knetball gestaltbar. Deshalb scannen und analysieren wir die Trends und leiten konkrete Handlungsempfehlungen ab“, erläuterte Florian seine Arbeit. Die zentrale Erkenntnis für dieses Jahr: „Vertrauen ist das wichtigste Element im Trendradar 2026“.
Offener Austausch
Ob im Plenum oder anschließend im direkten Austausch: Die Gäste konnten ihre Perspektiven einbringen und ihre Fragen an die SWR Macher:innen stellen. Eingeladen waren Menschen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen. Darunter Multiplikator:innen aus der Wissenschaft, Tech und Wirtschaft, von der Polizei, von Verbänden, Stiftungen, aus Politik, Film und aus anderen Medienhäusern.
Moderiert von Désirée Krause (ARD/SWR Sport), entwickelte sich ein Dialog über Herausforderungen, Chancen sowie Risiken der digitalen Transformation in der Medienbranche.
Get-together mit Innovationsprojekten
Beim Get-together hatten die Gäste Gelegenheit, aktuelle Innovationsprojekte des SWR hautnah zu erleben und sich mit den SWR Macher:innen auszutauschen. Ob die Cloud-Strategie, KI-assistierter Videoschnitt oder spannende Neuheiten aus der Gaming-Welt – die Vielfalt der Themen spiegelte die Innovationskraft des SWR wider.
Neues aus der Gaming-Welt
Der SWR fokussiert sich auf Games mit gesellschaftlichem Mehrwert – entlang des Auftrags Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung. Das SWR X Lab, das die Federführung des ARD Games Netzwerks inne hat, präsentierte bei den SWR Insights die Ergebnisse des Classical Game Jam. Außerdem gab es Einblicke in "Almania", das Spiel zur Serie.
Ein weiteres Thema, mit dem sich das SWR X Lab beschäftigt, ist das Fediverse. Zuletzt gab es ein Whitepaper, das zeigt, dass es mit dem Fediverse eine echte Alternative zu den Big-Tech-Netzwerken gibt und wie es Journalist:innen gelingen kann, das Fediverse gemeinwohlorientiert zu bespielen.
Zusammenarbeit als Schlüssel:
Mit der Cloud-Strategie die Zukunftsfähigkeit der ARD sichern
In einer Zeit des schnellen Wandels sind Zusammenarbeit und Flexibilität entscheidend für die digitale Transformation. Der SWR ist innerhalb der ARD federführend für die Cloud-Strategie, die essenziell für unsere technologische Zukunftsfähigkeit ist. Bei den SWR Insights gab es Einblicke in die Cloud-Strategie der ARD. Sie ist aus den Säulen Diversifizierung, Souveränität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gebaut.
ARD Trendradar 2026: Neue Nähe und digitale Unabhängigkeit
Die Menschen haben ein wachsendes Bedürfnis nach lokaler Vertrautheit, Gemeinschaft und echten Erlebnissen. Neben der „Neuen Nähe“ listet der ARD-Trendradar 19 weitere Trends auf, die der SWR für sich prüfen muss. Zum Beispiel: Wie kann es gelingen, lokal und persönlich, aber trotzdem umfassend und unabhängig für ein breites Publikum zu berichten? Auch digitale Souveränität ist ein Thema: Welche Rolle kann der ÖRR dabei spielen, gemeinwohlorientierte, europäische Lösungen zu entwickeln und anzubieten? Oder: Wie bündeln öffentlich-rechtliche und private Medien ihre Kräfte für faire Verhandlungen mit KI-Anbietern?
Neues Dialogangebot: SWR PopUp Studios
Lass uns reden! Was beschäftigt die Bürger:innen? Was erwarten sie vom SWR? Um ins Gespräch zu kommen, tourt der SWR mit PopUp Studios durch BW und RLP – 2025 gab es zum Beispiel Stationen in Mainz oder Schwäbisch Gmünd. Dafür werden kleine Räumlichkeiten in den Innenstädten angemietet und in ein Studio auf Zeit verwandelt. Neben Live-Radio, Podcast-Produktionen, Akustik-Konzerten, Screening-Events und Treffen mit SWR Mitarbeitenden gibt es Diskussionsrunden, Workshops oder Vorträge. So lernen sich beide Seiten besser kennen und der SWR erreicht auch Menschen, die den Sender weniger gut kennen oder kritisch sehen. Auch 2026 kommt der SWR mit PopUp Studios in die Regionen, denn der persönliche Austausch ist uns wichtig. Extra für die SWR Insights wurde auch im Medienzentrum ein kleines PopUp Studio aufgebaut.
ARD Sounds – „der Playbutton für deinen Tag“
Aus ARD Audiothek wird ARD Sounds. Hier bündelt die ARD die Audio-Kräfte aller Radioprogramme: Die besten Hosts aus dem Live-Programm, geballte Podcast-Power, aktuelle Themen, große Sportevents und einen Soundtrack für den ganzen Tag. Von Live-Radio aus allen Regionen bis hin zu bekannten und beliebten Serien-Podcasts: ARD Sounds deckt alle Facetten ab! Wie damit insbesondere junge Menschen angesprochen werden sollen und welche Inhalte für diese relevant sind – darum ging es bei SWR Insights.
KI-assistierter Videoschnitt: der verantwortungsvolle Einsatz von KI
Als öffentlich-rechtlicher Sender trägt der SWR eine besondere Verantwortung beim Einsatz von KI. Ein Werkzeug mit großem Potenzial ist der KI-assistierte Videoschnitt, um der wachsenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigem und individualisiertem Content bei knappen Ressourcen gerecht zu werden. Bei SWR Insights gab es Einblicke in die KI-assistierte Erstellung sogenannter Nachrichten im Film (NiF) und weiterer potenzieller Anwendungsfälle.
Hightech-Schnittstelle: das Media Operations-Center (MOC)
Mit dem MOC bündelt der SWR für seine Hörfunk- und Fernsehprogramme sowie das Streaming zentrale Infrastrukturbereiche. Bisher erfolgte das Signal-Management nach Medien und Standorten getrennt in Schalträumen, wo Signale empfangen und an die Ziele weitergeleitet wurden. Mit dem neuen MOC in Baden-Baden erfolgt der Umstieg auf eine komplett IP-basierte Arbeitsweise. Dieser technische Wandel geht einher mit der organisatorischen Umstrukturierung der Aufgaben, die künftig in einem 24/7-Betrieb standort- und medienunabhängig erbracht werden.
Fazit: Ein inspirierender Blick nach vorne
Die SWR Insights boten nicht nur spannende Einblicke in aktuelle Projekte und technologische Trends, sondern auch eine Plattform für den Austausch zwischen Gästen und Expert:innen. Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie der SWR mit Innovation und Kreativität die Herausforderungen der digitalen Transformation angeht und gleichzeitig seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. Mit Projekten wie den PopUp Studios, dem MOC und KI-gestützten Anwendungen wird deutlich: Der SWR ist bereit, die Zukunft aktiv zu gestalten.
Hier geht es zu den Eindrücken von SWR Insights 2025 "Streaming, Innovation, KI und WOW"