Das Jahr 2024 war ein Jahr, das uns alle herausforderte, als Gesellschaft wie als öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Wirtschaftliche und politische Krisen, der rasant fortschreitende Wandel der Medienlandschaft und der anhaltende Druck auf traditionelle Institutionen schaffen eine Zeit, die von Umbruch und von großen Fragen geprägt ist. Gerade in diesen Phasen sind wir gefragt: Es ist unser Auftrag, für die Menschen da zu sein – ihnen Orientierung zu geben, sie zu informieren, zu bilden, zu unterhalten und ihnen ein Stück Heimat zu bieten, auch in einer immer digitaler werdenden Welt.
Effizienz, Transparenz und Arbeitsteilung
2024 war auch das letzte Jahr der vergangenen Beitragsperiode. Damit rückten zentrale finanzielle und strukturelle Fragen in den Mittelpunkt. Die Diskussionen über die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland spiegeln berechtigte gesellschaftliche Erwartungen an Effizienz und Transparenz wider. Zugleich erfordern sie ein klares Verständnis für den Wert und die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer digitalen und vielfach polarisierten Medienlandschaft. Der SWR hat in den vergangenen Jahren konsequent daran gearbeitet, seine Strukturen zu optimieren und Ressourcen effizient einzusetzen, ohne dabei Kompromisse einzugehen, was die Qualität der Angebote angeht.
Unter dem Vorsitz des SWR hat die ARD in den vergangenen zwei Jahren das „A“ in ARD – die Arbeitsgemeinschaft – so sehr in den Vordergrund gestellt wie nie zuvor. Gemeinsame Kompetenzcenter, Poollösungen im Hörfunk und intensive Zusammenarbeit in Bereichen der Technik und Verwaltung zeugen von diesem neuen großen Gemeinschaftsgeist.
Neuer Staatsvertrag für zukunftsfesten SWR
In diesem Jahr wird voraussichtlich ein neuer SWR Staatsvertrag in Kraft treten, aus dem sich Chancen für eine zukunftsfeste Gestaltung unseres Auftrags und für eine schlankere Struktur unserer Zwei-Länder-Anstalt ergeben. Diese werden wir entschlossen ergreifen. Regionalität bleibt dabei weiterhin zentraler Teil unserer DNA. Wir werden digitale Angebote konsequent weiterentwickeln und die Zusammenarbeit innerhalb der ARD und mit weiteren Partnern vertiefen. Dabei verstehen wir diese Transformation nicht nur als strukturelle oder organisatorische Aufgabe, sondern als einen kulturellen Wandel, der den SWR fit für die Zukunft macht.
Transformation durch Innovation
Zugleich setzt der SWR die tiefgreifende Transformation fort, die wir in den letzten Jahren angestoßen haben. Mit Blick auf die neuen ARD Kompetenzcenter und das gemeinsame Streaming-Netzwerk mit dem ZDF haben wir bewiesen, dass wir innovative Wege beschreiten, um unser Publikum auch in einer zunehmend digitalen Welt zu erreichen.
Die Mitarbeitenden des SWR leisten in diesem Kontext Herausragendes. Ihr Engagement und ihre Kreativität sind der Schlüssel, um den gesellschaftlichen Auftrag des SWR erfolgreich zu erfüllen. Sie sind es, die mit ihrer Arbeit Tag für Tag dafür sorgen, dass der SWR seinem Publikum Orientierung, Bildung, Kultur und Unterhaltung bietet – und damit einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet.
Gerade in Zeiten wie diesen zeigt sich, wie wertvoll es ist, für andere da zu sein. Dieses „Da Sein“ – für Jung und Alt, für Menschen in der Stadt und auf dem Land, für unterschiedliche Lebenswelten und Perspektiven – ist nicht nur unser Auftrag, sondern unser Antrieb. Es ist unser Versprechen an die Menschen, denen wir uns verpflichtet fühlen: stets da zu sein, zuzuhören und zu begleiten. Gerade in turbulenten Zeiten gilt es, ein festes Fundament für die demokratische Gesellschaft zu bilden.
Direktion Innovationsmanagement und Digitale Transformation (IDT)