„Im Prinzip Familie” von Daniel Abma
Gewinner des Hauptpreises des Deutschen Dokumentarfilmpreises 2025 Im Prinzip Familie
Fast wie Familie, aber immer auf Zeit: Zwischen Elternliebe, Bürokratie und Jugendamt geben drei Erzieher:innen alles, um für Kinder ein Zuhause zu schaffen. Ein Film über die Superkraft, ein Kind großzuziehen und Familie in all ihren Facetten.
Die Hauptjury hat sich in diesem Jahr dazu entschieden, den Hauptpreis an Daniel Abma für seinen Film „Im Prinzip Familie” zu geben. 20.000 Euro, gestiftet vom SWR und der MFG, gehen an den Regisseur. Filmemacher Daniel Abma hat über mehrere Jahre hinweg den Alltag einer Wohngruppe im ländlichen Raum dokumentiert. Im Fokus stehen professionelle Erziehende, die fünf Jungen im Alter von sieben bis vierzehn Jahren täglich das geben wollen, was sie am meisten brauchen: Geborgenheit, Orientierung und ein Zuhause. Die Jury: „,Im Prinzip Familie‘ zieht sein Publikum von der ersten Szene an in seinen Bann und lässt es bis zum Schluss nicht mehr los. Immer changierend zwischen Distanz und Nähe. Obwohl das Thema so hart ist, geht man am Ende nahezu beschwingt aus dem Film. Es bleibt ein Gefühl der Inspiration.“
Musikpreis des SWR an „Sisterqueens“ von Clara Stella Hüneke
Gewinner des Deutschen Dokumentarfilmpreises in der Kategorie Musik 2025 Sisterqueens
Sisterqueens begleitet Jamila (9), Rachel (11) und Faseeha (12) über 4 Jahre als Rapperinnen in Berlin. Sie rappen über soziale Ungerechtigkeit, Selbstbestimmung und definieren Feminismus Strophe für Strophe neu. Dabei werfen sie Fragen zur Identität, der Polizei und künstlerischem Schaffen auf.
Mit 5.000 Euro verbunden ist der vom SWR gestiftete Musikpreis, der dieses Jahr an die Regisseurin Clara Stella Hüneke für „Sisterqueens“ vergeben wurde. Das Berliner Projekt „Sisterqueens“ im interkulturellen Mädchenzentrum MÄDEA macht Hip-Hop für junge Frauen und nichtbinäre Personen zu einem Werkzeug des kreativen Selbstausdrucks. Unter Anleitung erfahrener Rapper:innen lernen die Teilnehmenden, eigene Texte zu schreiben, ihre Stimme zu nutzen und sich auf der Bühne auszuprobieren. Dabei geht es nicht nur um Musik, sondern auch um Empowerment, den Aufbau von Selbstbewusstsein, das Knüpfen von Freundschaften und politische Bildung. Der Film zeigt, wie Hip-Hop eine Plattform für Identität, Gemeinschaft und Veränderung sein kann. Die Jury: „,Sisterqueens‘ inspiriert dazu, sich einzubringen, aus der eigenen Blase heraus zu treten, genau hinzuschauen, genau zu zuhören, jegliche Form von Vorverurteilung zu beenden, in Beziehung zu treten, der Kreativität (der eigenen und der fremden) einen Raum zu schenken und sich selbst zu finden und einander zu unterstützen.“
Rand Beiruty gewinnt den Förderpreis des Hauses des Dokumentarfilms – Europäisches Medienforum Stuttgart e.V. mit dem Film „Tell Them About Us – Über Uns Von Uns“
Gewinner des Förderpreises des Deutschen Dokumentarfilmpreises 2025 Tell Them About Us / Über Uns Von Uns
In der ostdeutschen Provinz navigiert eine Clique aus arabischen, kurdischen und romni Teenagerinnen die Komplexitäten von Kultur, Freundschaft und Selbstentdeckung, indem sie mutig ihre Konflikte und Träume vor der Kamera inszenieren.
Der mit 3.000 Euro dotierte Förderpreis des Hauses des Dokumentarfilms für ein Erstlingswerk oder einen Hochschulabschlussfilm geht an Rand Beiruty für „Tell Them About Us – Über Uns, Von Uns“. Der Film begleitet sieben Teenagerinnen, die als Einwandererinnen und Geflüchtete in Eberswalde ein neues Leben beginnen. Sie verarbeiten ihre Erfahrungen von Vertreibung, Anpassung und Selbstfindung kreativ in Workshops durch Schreiben, Musik und Schauspiel. Traumsequenzen bringen ihre Hoffnungen und Zukunftsaussichten auf berührende Weise auf die Leinwand. Aus der Jurybegründung: „Der Titel hält, was er verspricht: Viel zu häufig wird in Deutschland über Geflüchtete gesprochen, selten mit ihnen und noch seltener sind sie die Erzählerinnen. Dabei sind ihre Stimmen so viel mehr als Geschichten über Flucht und Leid. Die jungen Frauen wollen Raum in dieser neuen Welt für ihre eigenen Träume. Rand Beiruty gibt ihnen diesen Raum – vorbehaltlos, das macht diesen Film so wertvoll.“