Paul Gompertz lebt Anfang der 1980er Jahre in Rostock und träumt von einer Reise nach Italien. Weil er keine Genehmigung bekommt, beschließt er, die DDR zu verlassen – allerdings nur vorübergehend. Sein Ziel: Syrakus auf Sizilien. Regisseur Lars Jessen hat Friedrich Christian Delius’ Erzählung mit Charlie Hübner und Lina Beckmann verfilmt.
Ruhig erzählt, aber mit großer Wirkung
Der Film ist kein klassisches Fluchtdrama. Stattdessen nimmt er sich viel Zeit für Pauls Vorbereitung und erzählt mit trockenem, liebevollem Humor. Im Mittelpunkt steht dabei zunehmend die Beziehung zu seiner Frau Anne, die von seinen Plänen nichts wissen darf und trotzdem spürt, dass er etwas vor ihr verheimlicht.
Für Filmkritikerin Anna Wollner ist gerade das die Stärke des Films: Er erzählt nicht nur von der fehlenden Reisefreiheit in der DDR, sondern auch von der Frage, was persönliche Freiheit kostet. Aus Pauls Fernweh wird schließlich eine Geschichte über Heimat und Zugehörigkeit. Wollners Fazit: ein warmer, menschlicher Film, der ohne große Parolen auskommt.