In diesem Werk, das aus Kindheitserinnerungen entstanden ist, habe ich mich von den Klängen des Magnettonbands inspirieren lassen, einer Aufnahmetechnik, die in Kassetten und VHS verwendet wurde und mich an Musik und Film herangeführt hat. Wenn ich diese Art von Medien verwendete, bedeutete das, dass ich viel Zeit damit verbrachte, das Abspielgerät bzw. den Rekorder zu bedienen, indem ich die verschiedenen Tasten drückte: "Zurückspulen", "Vorspulen", "Stopp", "Wiedergabe", "Pause", "Aufnahme". Beim Zurückspulen – ein notwendiger Vorgang, um den Anfang einer Kassette zu hören – konnte man die Aufnahmen beschleunigt, rückwärts und in veränderter Tonhöhe hören. Drückte man versehentlich die "Aufnahme"-Taste, konnte es passieren, dass ein Teil des Originalbandes überschrieben wurde, was den Inhalt für immer veränderte und das Hörerlebnis des Ganzen beeinträchtigte. Um eine Kompilation zu erstellen, musste man viel Zeit damit verbringen, die verschiedenen Tasten zu drücken, um die Ursprungskassette und die Aufnahmekassette zu synchronisieren. Man musste geduldig warten, bis jede Kassette abgespielt war, bevor man auf "Stop" drückte und zur nächsten übergehen konnte.
Je mehr wir diese Kassetten benutzten, desto mehr verschlechterten sie sich und produzierten Tonhöhenschwankungen, Zufallsschleifen, weißes Rauschen oder andere Arten von Fehlgeräuschen, die ich heute interessant finde. Dieses Stück ist eine freie Transkription der Erinnerungen, die durch die Verwendung dieser Technologie entstanden sind.
English
Composed from childhood memories, in this work I was inspired by the sounds produced by the magnetic tape, a recording technology used in cassettes and VHS which introduced me to music and films. Using this type of media meant spending time manipulating the player/recorder by pressing the different buttons available: "rewind", "fast-forward", "stop", "play", "pause", "rec". By rewinding – a necessary step in order to listen to the beginning of a cassette – we could listen to sounds accelerated, in reverse and transposed. If one were to unintentionally press the "rec" button, it could overwrite part of the original tape, forever changing its content and altering the perception of the whole thing. To make a compilation, you had to spend a lot of time pressing the different buttons in order to synchronize the source cassette and the recording cassette and patiently wait for each of them to play before pressing "stop" and move on to the next one.
The more we used these cassettes, the more they deteriorated and produced pitch variations, random loops, white noise or other types of defects that I find interesting today. This piece is a free transcription of the memories left by the use of this technology.
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