Mein Vater ist in meinem Leben nicht mehr wirklich existent. Also wir beide existieren in unserem Leben nicht mehr, was ich schade finde.
Schwieriges Verhältnis zum Vater
Dennis wächst mit einer liberalen Mutter und einem konservativen Vater auf. Nachdem klar ist, dass Dennis homosexuell ist, bricht sein Vater mit ihm, erzählt Dennis. „Wenn ein Sohn sagt: Ich bin schwul, dann habe ich als Elternteil zwei Möglichkeiten: Entweder ich gewinne ein Kind dazu oder ich verliere mein Kind. Ich habe oft schon erlebt, dass Väter gesagt haben: Du bist nicht mehr mein Sohn.”
Ich wollte früher Balletttänzer werden, aber mein Vater wollte das nicht. Dann wollte ich Schauspieler werden, durfte ich auch nicht. Was blieb mir? Friseur lernen und so perfekt zu arbeiten, dass ich gesehen werde.
Unterstützung, Liebe und Rückhalt von Mutter, Großeltern und Tante
Ganz anders ist das mit Dennis’ Mama: Mit 17 hat er bei ihr sein Coming-out, ganz ungeplant. „Während meiner Ausbildung habe ich meiner Mutter die Haare geschnitten. Dann meinte sie: ‚Hier ruft ständig jemand an. Wer ist denn das?‘ Und ich habe überlegt, sage ich es ihr, sage ich es nicht? Sie meinte dann: ‚Ist das dein Freund? Also dein fester Freund?‘ Und ich habe dann gesagt: ‚Ja, Mama, ich bin schwul!‘ Und sie so: ‚Wo ist das Problem?‘ Dann habe ich ihr weiter die Haare geschnitten und wir haben beide geweint vor Freude. Das war toll.” Auch vom Rest seiner Familie erfährt er Rückhalt und Unterstützung. „Hätte ich meine Großeltern, meine Tante Silvia und meine Mutter nicht gehabt, ich weiß nicht, ob ich jetzt da wäre, wo ich jetzt bin. Die haben mich unterstützt und haben einfach gesagt: Wir glauben an dich. Die haben mir wirklich geholfen.”
Offener Umgang mit der eigenen Homosexualität
Wahrscheinlich ist das auch ein Grund, weshalb Dennis heute ganz offen mit seiner Homosexualität umgeht, auch nachdem er nach Überlingen gezogen ist. „Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich schwul bin und das haben die Überlinger geschätzt. Wenn die Leute hier dich einmal akzeptiert haben und sie merken, du beißt nicht und lässt sie schönen Vorgärten in Ruhe, dann gehörst du dazu. Ich hab’ die Menschen hier sehr lieben gelernt.” In der Stadt am Bodensee hat Dennis sein Zuhause gefunden, nun möchte er das auch in der Liebe finden. „Grindr, GayRomeo und Tinder sind nicht so mein Fall. Ich liebe es, jemanden in echt kennenzulernen.”
Leben im Kunstwerk
Das Graffiti-Haus von Künstlerin Annamalt in Föhren fällt wegen seiner bunten Fassade schon von Weitem auf. Doch genau das war vielen ein Dorn im Auge: In den 90ern hat das Haus sogar die Justiz beschäftigt.
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