Wir sind visuell eingestellt, wir hören ja nichts. Wir sehen alles, was man machen muss.
Brot backen mit Gebärdensprache
Den Teig kneten, ausrollen und formen: In Heiligkreuztal im Kreis Biberach wird in Christas Backkurs gemeinsam Brot gebacken. „Man nennt es Vier-Stücke-Methode“, erklärt Kursleiterin Christa, während sie den Brotteig vorknetet und die vier Teigteile quer nebeneinanderlegt.
Weil es der Bäckermeisterin am Herzen liegt, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, backen zu lernen, ruft sie einen Backkurs für Menschen mit Hörbehinderung und Gehörlose ins Leben. Dabei wird sie simultan von einer Gebärdensprachdolmetscherin begleitet. Einen Kurs mit Gebärdensprache leitet Christa zum ersten Mal. Deutschlandweit ist es das erste Angebot dieser Art. Bei den Teilnehmenden kommt der Kurs sehr gut an
Tasten, Sehen und vor allem Schmecken: Hier kommt es auf die Sinne an
„Wir lernen durch die Augen. Wenn wir etwas nicht verstehen, können wir nachfragen und dann Schritt für Schritt nachmachen“, gebärdet Kursteilnehmerin Luzia, die gehörlos ist. Für sie ist das Brotbacken nichts Neues und eine langjährige Leidenschaft. Umso mehr freut sie sich, dass es dieses Angebot gibt und sie in Gemeinschaft mit anderen dazulernen darf. Aufmerksam beobachten die Teilnehmenden, was Christa macht, und ahmen ihr alle Schritte nach.
Gelungene Brote und strahlende Gesichter: So soll es weitergehen
Egal, ob man die Basics lernen, neue Kniffe üben oder einfach in Gemeinschaft backen will: In diesem Backkurs steht insbesondere die Freude im Vordergrund. Das Ergebnis? Gelungene Brote und strahlende Gesichter. Bäckermeisterin Christa freut sich über den großen Zuspruch ihres Angebots: „Da bekomme ich gerade jetzt noch Gänsehaut, wie mich das doch ergriffen hat.“ Weitere Backkurse mit Gebärdensprache plant sie bereits.
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