Die Notherberge war für alle, die hier beteiligt waren, eine riesige Chance. Wenn es die nicht gegeben hätte – dann würden vielleicht einige von ihnen nicht mehr leben.
Grisu hat die Notherberge in Heilbronn gegründet – eine Art WG für obdachlose Drogen- und Alkoholabhängige. Sie betreut auch den Erfrierungsschutz in Heilbronn und ist Suchtgruppenleiterin in der Klinik Friedrichshof in Obersulm.
Viele helfende Hände
Trotz der vielen Projekte und Aufgaben sieht sich Grisu allerdings eher als kleines Rädchen in einem großen Getriebe: „Hinter der Notherberge steht die Aufbaugilde Heilbronn. Ein gemeinnütziger Verein, der versucht, den sozial Schwachen Hilfe zu bieten, Arbeit zu besorgen, Weiterbildung anzubieten. Mit dem Erfrierungsschutz und der Notherberge unterhält sie Einrichtungen, um den härtesten Fällen ein Dach über dem Kopf zu bieten.“
Nicht jeder kommt rein
Grisu will am liebsten allen Menschen helfen, die in die Notherberge kommen. „Allerdings ist Bedingung, dass jeder, der hier rein will, einen Entzug macht. Und das haben sie gemacht.“ Ein bisschen Stolz ist ihr anzusehen, wenn Grisu von ihren Schützlingen erzählt.
Wenn man sich mal überlegt, dass alle jahrelang harte Trinker oder auf Drogen waren, dann ist das 'ne ziemliche Leistung. Und jetzt, nach fünf Monaten, sind alle nicht nur clean, sondern einer ist schon wieder in seinem alten Job als Automechaniker und eine Siebzehnjährige geht wieder zur Schule – und zwar gerne.
Grisu will sich aber nicht selbst mit den Erfolgsgeschichten loben, die Hauptarbeit hätten eben Menschen, wie die 17jährige, selbst gemacht, sagt sie: „Es war ja ihre Entscheidung. Ich habe da gar nichts gemacht“, erklärt sie. „Klar, als es darum ging, ob die Schule sie nimmt, war ich natürlich dabei. Ich helf' halt, wenn ich's kann.“
Grisus großer Traum
Doch Grisu will noch mehr: „Vielleicht ein leerstehendes Haus, in dem dann jeder ein eigenes Zimmer hat, seinen eigenen Raum. Denn hier in der Notherberge gibt es nur zwei Schlafräume. Einer für Frauen, einer für Männer. Und dann finden wir für jeden wieder einen Job, einen Alltag, einen Weg zurück ins Leben!“
Mehr Heimat
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