Als Clowndoktorin für Leichtigkeit und Ablenkung sorgen

Teilen

Stand

Von Autor/in Niko Zakarias

„Wir sind oft auf der Krebsstation tätig und da gibt es schon immer wieder Situationen, wo man mal tief durchatmen muss.“

Seit 2007 engagiert sich Ruth bei den Clowndoktoren, besucht als „Dr. Krümmel“ Altenheime und Kliniken. „Es geht nicht nur darum, humorvoll zu sein, sondern auch darum einfach mal jemand in den Arm zu nehmen oder gerade Jugendlichen mit einer Krebserkrankung einfach zuzuhören und zu gucken, ob man im Rumphilosophieren ein bisschen Leichtigkeit findet.“

Für die kranken Kinder ist der Besuch der Clowndoktoren eine willkommene Abwechslung und Ablenkung vom Klinikalltag. „Manchmal binden wir das Kind ein, dass das Kind uns hilft, einen Zaubertrick zu machen. Manchmal verheddern wir uns oder bleiben in der Tür hängen und das Kind hilft mit seiner Zauberkraft, uns zu befreien. Wir stellen die Kinder grundsätzlich auf einen Sockel, da sie im Krankenhaus eher schwach sind. So merken die Kinder, dass sie doch noch Kräfte haben, das ist heilsam.“

Schon als Jugendliche ist Ruth von der Clownerie fasziniert. Dennoch entscheidet sie sich für einen anderen Weg, studiert, möchte Lehrerin werden. Aber das ist schnell vom Tisch.

„Ich hab dann gemerkt, ich muss raus und wirklich was machen, wo ich in Bewegung bin, wo ich Sinn drin sehe und eine Leidenschaft dafür spüre.“

Die gebürtige Schweizerin zieht nach Deutschland, lässt sich an der Mainzer Clownsschule ausbilden. Was mich auch fasziniert an der Clownerie, dass man wirklich schwere Stimmungen in Leichtigkeit verwandeln kann.“

In ihrer Rolle als Clownin, in der auch viel Persönliches steckt, kann sie auf Missstände hinweisen und einen anderen Blick auf die Dinge ermöglichen. Die 38-jährige liebt ihren Job. „Man ist viel unterwegs und begegnet vielen Menschen. Man hat die Möglichkeit, mit dem Herz zu arbeiten und die Menschen zu berühren. Ich finde die Arbeit sehr sinnvoll und erfüllend und sehe es als großes Privileg, als Clownin arbeiten zu dürfen.“

Das Heimat-Team stellt sich vor

Heimat Team

Stuttgart

"Babys sind der kleinste Teil meiner Arbeit”

Anna aus Stuttgart ist freiberufliche Hebamme und Trauerbegleiterin in Teilzeit. Zu ihrem Job gehören Termine wie Babybaden genauso wie Gespräche mit Frauen, die gerade ihr Kind verloren haben. Ein Job mit viel Emotionen, Verantwortung, Dankbarkeit und Frust.

Tübingen

„Wir sind alle näher an einer Behinderung als von einer weg” – Cary setzt sich für Barrierefreiheit ein

84 Menschen aus ganz Deutschland diskutieren über das, was sie bewegt. Das ist das ARD Dialog-Projekt „Was Deutschland verbindet”. Cary aus Tübingen ist dabei, ihr Herzensthema: Gleichberechtigung für Menschen mit Behinderung.

Stuttgart

„Dass man bei einer Geburt so sterben könnte, habe ich nicht realisiert.“ Jennys Gebärmutter ist bei der Geburt ihrer Tochter gerissen

Jenny aus Stuttgart hatte bei der Geburt ihrer zweiten Tochter eine Uterusruptur: Ihre Gebärmutter ist gerissen. Sie berichtet über die Geburt und warum sie das Leben heute feiert.