In vielen der kleineren Ortschaften Baden-Württembergs gibt es keine nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeiten mehr – damit die Menschen dort trotzdem mit Lebensmitteln versorgt werden, kommt Aaron mit seinem rollenden Supermarkt. Pro Woche fährt er nach Fahrplan in fast 70 Ortschaften und bringt so Waren von Lebensmitteln aller Art über Pflegeprodukte bis hin zu Blumen fast vor die Haustür – bei Bedarf trägt er den Einkauf auch bis in die Küche.
Durch Zufall gefunden und direkt begeistert
Seit 2022 betreibt Aaron seinen rollenden Supermarkt. Zufällig sieht der junge Einzelhandelskaufmann ein Inserat in der Lokalzeitung: Jemand möchte einen bereits bestehenden rollenden Supermarkt verkaufen. Aaron ist direkt interessiert: „Meine Familie und ich, wir haben uns das angeschaut und waren so begeistert, dass ich gesagt hab: ‚Okay, ich will auf jeden Fall mal mitfahren!‘” Der Vorbesitzer nimmt Aaron vier Wochen lang mit, macht mit ihm sogar die Kassenabschlüsse. „Um mir einfach auch zu zeigen, dass sich das rentiert. Ich konnte mir das nicht vorstellen, dass sich sowas wirklich rechnet”, erzählt Aaron.
Man muss es wirklich mit Herz machen und Spaß daran haben, weil ansonsten funktioniert das Geschäft nicht. Man hat einfach das Personenbezogene und das muss man auch so machen. Anders hat man keine Chance. (Aaron, 26, aus Keltern)
Was ihm an seiner Arbeit gefällt, ist neben der Selbstständigkeit auch der soziale Aspekt. Die meisten von Aarons Kunden sind ältere, alleinstehende Menschen, die entweder niemanden mehr haben oder deren Kinder weiter weg in den Städten wohnen. „Da bin ich quasi der einzige Ansprechpartner in der Woche und somit auch ihr Highlight in der Woche”, erzählt Aaron.
Sozialer Austausch beim Einkaufen
„Der rollende Supermarkt ist eigentlich auch so ein sozialer Treffpunkt. Selbst die Nachbarn treffen sich dann, die sehen sich sonst eigentlich gar nicht. Nur wenn ich einmal die Woche für eine Viertel- bis halbe Stunde da bin kommen die auch rüber und können miteinander reden und sich austauschen.”
Der rollende Supermarkt ist mittlerweile ein Familienunternehmen: Aarons zweiter Wagen wird von seinem Vater gefahren. Und auch Aarons Frau möchte in die Arbeit einsteigen.
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