Ich habe meine Menstruation relativ spät bekommen, im Vergleich zu meinen Freundinnen. Und ich habe tatsächlich ein bisschen darauf gewartet und hab’ mich gefreut, dass ich sie endlich bekomme. Es war wie so ein geheimer Club, zu dem ich noch nicht gehört habe. Aber dann endlich.
Aufklärung und Selbstermächtigung für alle Geschlechter stehen beim Menstruationskurs im Vordergrund
Julia gibt Menstruationskurse in Karlsruhe für Kinder und Teenies, die zusammen mit einer Begleitperson in den Workshop kommen. „Ich freue mich immer wieder, gerade Kindern und Jugendlichen was Neues zu erzählen über ihren Körper und ihnen damit auch ein bisschen Selbstermächtigung zu geben.” Der Kurs sei für alle, stellt Julia klar. „Ich würde mir wünschen, dass jeder und jede gut über Menstruation sprechen kann, Bescheid weiß, was passiert, was das bedeutet und wie man gut damit umgehen kann.” Deshalb findet sie es auch wichtig, dass Männer sich darüber informieren.
Kein Tabuthema mehr – Julia empfiehlt mehr über Menstruation zu sprechen
Von der Gesellschaft wünscht sich Julia einen offenen Umgang mit Menstruation und empfiehlt den auch in der Familie. „Ich glaube, ganz wichtig ist, dass wir von Anfang an einen offenen Umgang mit unseren Körpern zu Hause haben. Dass Kinder mitkriegen, wie Menstruation abläuft, dass Menstruation passiert und dass wir ungezwungen darüber sprechen. Meistens sind Kinder auch bereit, darüber zu sprechen, wenn sie eine Frage stellen.”
Wie sollten Eltern reagieren, wenn Kinder die Periode bekommen?
Und wenn Kinder das erste Mal ihre Periode bekommen, empfiehlt sie, gelassen zu reagieren. „Man kann einfach sagen: ‚Boah, wie aufregend.‘ Weil das ist ja was Aufregendes. Und dann darüber ins Gespräch kommen, was das bedeutet und was man machen kann.”
Was kann man machen, wenn die Menstruationsschmerzen zu stark sind?
Auch Schmerzen gehören zur Menstruation dazu, meint Julia. „Aber wenn die über ein bestimmtes Maß hinausgehen, muss man klar machen, dass man sich als Kind, Jugendliche Hilfe holen kann. Leider hatte ich schon das Gefühl, als ich über Schmerzen gesprochen habe, dass ich da so nicht so richtig ernst genommen wurde, in meiner Familie genauso wie bei Ärztinnen und Ärzten. Da kann sich an einigen Stellen noch was tun.”
Mehr zu SWR Heimat:
Familie mit besonderen Bedürfnissen: Anna hat ein Kind mit Trisomie 21 und ein Kind mit Autismus
Anna aus Denkendorf ist Mama von zwei Kindern mit Behinderung. Sie teilt ihre Erfahrungen gerne mit anderen und will für mehr Sichtbarkeit und Aufklärung sorgen.
Erzähl uns Deine Story
Du kennst jemanden, dessen Geschichte wir unbedingt erzählen müssen oder Du hast selbst etwas zu erzählen? Dann sende uns einen Hinweis.