Das, was wir in einem deutschen Wald in Sicherheit üben, müssen [in der Ukraine] andere in der Realität einsetzen und riskieren ihr Leben.
Keine Auslandseinsätze, aber Hilfe in Deutschland
Linda hat sich entschlossen, sich bei der Bundeswehr ausbilden zu lassen. Nach ihrem Bachelorstudium in Medieninformatik suchte sie eine Abwechslung zum Bürojob und stieß auf das „Heimatschutzprogramm“ der Bundeswehr, eine Verpflichtung für ein Jahr. Dabei durchlaufen Freiwillige eine sieben Monate lange Ausbildung und absolvieren die restlichen fünf Monate in einzelnen Etappen innerhalb von sechs Jahren. Das Besondere: Die Einsätze sind nicht im Ausland, sondern nur auf Deutschland beschränkt, wie zum Beispiel bei den Hilfsmaßnahmen während Corona.
Erfahrungen abseits vom zivilen Leben
Seit Kurzem absolviert Linda dazu die Grundausbildung auf dem Bundeswehrstützpunkt in Bruchsal. „Ich dachte zuerst an ein FSJ, fand aber das Heimatschutzprogramm ganz cool“, sagt sie. Früh aufstehen, sich in einer strengen Hierarchie einordnen, Übungen an der Waffe – der Alltag habe wenig mit dem Leben außerhalb der Bundeswehr gemeinsam, findet Linda. „Ich will meinen Kopf und meinen Körper besser kennenlernen und an meine Grenzen kommen“, begründet sie ihre Entscheidung für den Bund. Bei einem Biwak, einem mehrtägigen Lager im Wald, kommt sie ihrem Ziel nahe: Zusammen mit ihren Kameradinnen und Kammeraden marschiert sie mit einem schweren Rucksack Dutzende von Kilometern, kampiert im Wald und kämpft bei einer nächtlichen Übung gegen Angreifer. Erschöpft sitzt sie Stunden später am Lagerfeuer. Dabei kommen ihr auch Gedanken an die Kämpfe in der Ukraine.
Durch die Ausbildung bekomme ich einen anderen Bezug zu den politischen Nachrichten.“
Das, was sie machten, sei kein lustiges Durch-den-Wald-Rennen. „Ich weiß, dass manche das Gleiche tun und dabei ihr Leben riskieren.“ Noch weiß sie nicht, wie lange sie bei der Bundeswehr bleibt. „Aber für den Moment ist das gut.“
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