Melina hatte Blutkrebs: Wie geht man mit der Diagnose (im Freundeskreis) um?

Melina und Dante aus Lehningen sind im Kindergarten Freunde, schon vor Melinas Krebsdiagnose. Sie sprechen über den Umgang mit Betroffenen, und was ihnen ihre Freundschaft bedeutet.

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Stand

Von Autor/in Julia Reithmeier

Krebsdiagnose und eineinhalb Jahre Therapie 

Mit fünf Jahren bekommt Melina die Diagnose Blutkrebs: „Ich kann mich noch an die Situation erinnern, als ich auf dem Sofa saß. Ich wollte aufstehen, und konnte nicht mehr gerade auslaufen, weil mir so schwindelig war. Ich hatte auch ganz viele blaue Flecken und Nasenbluten, das waren dann schon Anzeichen für Leukämie und daraufhin sind wir zum Arzt. Der hat einen Bluttest gemacht, und dann hat sich herausgestellt, dass es Blutkrebs ist.“  

Mit der Zeit, in der ich älter geworden bin, habe ich verstanden, was Krebs überhaupt ist. Dass es eben nicht bei jedem so gut ausgehen kann wie bei mir, sondern dass es auch schwerere Verläufe gibt.

Nach der Diagnose ist sie eineinhalb Jahre im Krankenhaus. Melina muss eine Chemotherapie machen und verbringt die meiste Zeit im Isolationszimmer, da ihr Immunsystem von der Therapie geschwächt ist. „Ich habe das, glaube ich, nicht wirklich realisiert, was genau das wirklich ist und wie gefährlich es wirklich ist. Aber man hat es den Eltern und der Schwester schon angesehen, dass es keine einfache Diagnose ist“, erinnert sich Melina.  

Melina überwindet den Krebs und will anderen Mut machen 

Heutzutage stehen die Heilungschancen von Blutkrebs bei Kindern sehr gut. Der Kinderkrebsstiftung zufolge liegen die Chancen bei rund 90 Prozent. So ist auch Melina nach eineinhalb Jahren Therapie in Remission, was bedeutet, dass bei ihr keine Krebszellen mehr nachweisbar sind.  

„Ich bin sehr stolz auf sie, dass sie es geschafft hat, und auch, wie sie ihr Leben jetzt führt und an ihren Zielen festhält.

Melina hat heute als 18-Jährige ein Ziel: „Ich möchte anderen Mut machen, dass nach jeder schlechten Phase auch wieder gute Phasen kommen und das Leben auch nach einer schlimmen Diagnose wieder gut werden kann, man das Leben wieder normal leben kann oder vielleicht sogar noch mehr schätzt als davor.“ 

Unterstützung während der Krebserkrankung 

Seit sie zwei Jahre alt sind, sind Melina und Dante befreundet. Sie lernen sich in der Krabbelgruppe kennen, gehen dann gemeinsam in den Kindergarten. Als sie fünf Jahre alt sind, werden sie voneinander getrennt. Dante erinnert sich daran, dass Melina lange nicht mehr da war: „Dann habe ich mich gewundert, und irgendwann habe ich meine Mutter gefragt, warum sie nicht mehr da ist. Und dann hat sie gemeint, dass sie ganz doll krank und im Krankenhaus ist.“  

Weil die Chemotherapie das Immunsystem stark schwächt, darf Melina im Krankenhaus nur wenig Besuch bekommen – ihre Freunde gehören leider nicht dazu. Melina erzählt: „Sie konnten mich nicht besuchen, aber sie haben mir öfter Geschenke geschickt. Ich weiß noch, im Sommer haben sie mir einmal eine Wassermelone geschickt, auf der alle unterschrieben haben. Da haben sie sich schon Mühe gegeben.“ 

Freundschaft über den Krebs hinweg 

An Melinas Rückkehr erinnert sich Dante noch genau: „Sie kam ohne Haare rein, und ich hatte sie das letzte Mal mit Haaren gesehen, und ich war überrascht. Aber ich habe sie direkt erkannt und, soweit ich mich erinnere, auch nicht einmal ein Wort darüber verloren, dass sie jetzt keine Haare mehr hat. Ich hatte sie ewig nicht gesehen, durfte ewig auch gar nicht mit ihr reden. Dann ist sie wiedergekommen, und das habe ich mir wirklich gemerkt.“  

Wir haben gar nicht über ihre Krankheit gesprochen, sondern da weitergespielt, wo wir aufgehört haben zu spielen.

Dass die Freundschaft von Melina und Dante die lange Krebstherapie überstanden hat, zeigt den beiden, dass sie sich aufeinander verlassen können. „Ich glaube, dass das unsere Freundschaft auf jeden Fall gestärkt hat. Dass wir noch mehr daran festhalten, dass wir niemals die Freundschaft miteinander aufgeben wollen“, meint Melina.

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Julia Reithmeier