Faszination Gewitter: Sturmjäger Benjamin fotografiert Unwetter

Benjamin aus Stutensee ist Sturmjäger: Er jagt Unwetter hinterher, um das perfekte Foto zu schießen. Dafür ist er teilweise sechs Stunden am Tag unterwegs.

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Als Kind habe ich mich sehr vor Gewittern gefürchtet.

Leidenschaft: Die Jagd nach Gewittern

 Benjamin jagt Gewittern nach, um sie zu fotografieren. „Es ist nicht nur ein Hobby, es ist eine Leidenschaft. Ich fahre oft viele Kilometer: Manchmal für nichts, aber es hat seinen eigenen Reiz.“ Um seine große Angst vor Unwettern als Kind zu bekämpfen, beschäftigt er sich viel mit Gewittern: „Ich habe dann versucht, mir diese Phänomene zu erklären.“ Mit 18 Jahren macht Benjamin dann seinen Führerschein und ist seitdem auf Sturmjagd. 

Zeitintensives Hobby: Sturmjagd

„Ich bin permanent im Bilde, was wettertechnisch so geht. Ich schaue jeden Tag Wetterkarten an: Und wenn eine Gewitterlage ansteht, beschäftige ich mich ein bis zwei Stunden täglich damit.“ Ein zeitintensives Hobby. Wenn er einer Gewitterzelle hinterherjagt, ist er manchmal bis zu sechs Stunden unterwegs. „Ich mache eine Analyse aller Wetterdaten. Die Herausforderung ist, sich im richtigen Winkel vor das Gewitter zu manövrieren, um das perfekte Foto zu bekommen.“ 

Auch ein lebensgefährliches Hobby? 

Welche Frage Benjamin oft gestellt bekommt: Ist sein Hobby gefährlich? Er erklärt: „Es ist so, dass es mit Sicherheit gefährlicher ist als daheim zu sitzen. Die größte Gefahr geht, meiner Einschätzung und Erfahrung nach, nicht vom Gewitter selbst aus, sondern vor allem vom Autofahren: Man ist doch viel auf der Straße unterwegs, häufig zu Uhrzeiten, zu der die Sonne tief steht oder es schon Nacht ist. Es gibt auch eine gewisse Gefahr des Blitzschlags, das kann man nicht verleugnen. Die ist aber tatsächlich überschaubar: Ich bin im Auto, wenn die Blitze zu nahekommen. Und wenn es mich davor aus heiterem Himmel dann treffen sollte, dann ist es wirklich Pech. Aber das ist bei jedem Hobby so, glaube ich, dass ein Restrisiko immer irgendwo bleibt.” 

Blitze bei Gewitter fotografieren: Unterwegs für das perfekte Foto

„Es ist die Challenge, das zu erreichen und auch zu genießen. Das Foto ist dann die Trophäe.“ Benjamin will mit seiner Fotografie die Schönheit von Gewittern den Menschen nahebringen: „Gewitter haben eine eigene Ästhetik und sind lebende Gebilde, die durchlaufen einen Zyklus und sehen immer anders aus.“ Es gab Jahre, da wollte Benjamin schon mit der Sturmjagd aufhören. „So ein zeitintensives Hobby schafft viel Leid bei sich und der Umwelt. Man merkt mir sofort an, wenn irgendwo eine Gewitterlage ist. Aber über die Jahre wird man halt so gut, dass es einfach cool ist.“

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Corinna Jähn
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