Gedanklich bin ich jeden Tag im Römischen Reich.
Gerhard ist seit vielen Jahren Hobby-Archäologe. „Ich will unsere Ortsgeschichte voranbringen. Erforschen ist mein großer Antrieb.“ Vor allem in den Herbstmonaten, wenn die Äcker nicht bestellt sind, ist Gerhard mit seinem Metalldetektor unterwegs.
Hobby: Metalldetektor
„In der Zeit, in der die Sonde über den Boden schwenkt, sind meine Augen auf dem Boden. Dann ist die Welt um mich herum aus.“ Gerhard hat vom Landesamt für Denkmalpflege eine Genehmigung zum „Sondeln“ erhalten und eine entsprechende Schulung absolviert – ansonsten ist die „Schatzsuche“ mit dem Metalldetektor nämlich verboten.
Archäologie in der Freizeit
Römische Münzen, Scherben, Schmuck – was Gerhard findet, bestimmt er selbst: Er recherchiert in Online-Archiven und Bilddatenbanken. Und wenn er nicht weiterkommt, wendet er sich an hochrangige Experten. „Ich schreibe durch halb Europa, ich schreibe alle an. Ich habe noch nie eine Absage erhalten, das macht mich stolz.“ Aktuell beschäftigen ihn kleine Hämmerchen, die er gefunden hat. Sie sind so groß wie Spielzeuge. „Vielleicht 400 n. Chr., aber keiner weiß es so genau. Das macht mich ganz verrückt, und deshalb kann ich nachts manchmal nicht schlafen.“
Das Römische Reich – aber erst nach dem Abwasch
„Mit der Metallsonde über den Acker laufen, sind nur 5-10 % meiner Arbeit, den Rest des Jahres verbringe ich mit detektivischem Herausfinden.“ Seine Recherche läuft abends, wenn er gekocht hat und das Geschirr sauber ist. „Dass meine Frau nicht schimpfen kann.“ Denn Gerhard verbringt jede freie Minute gedanklich im Römischen Reich. „Es ist wie ein Puzzle, es ergibt ein Bild, wie die Leute hier gelebt haben – das ist bei mir im Kino im Kopf.“
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