Zufallsbegegnung in Nastätten

Zufallsbegegnung in Nastätten: Menschen erzählen, was für sie Heimat bedeutet.

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Von Autor/in Michèle Kraft, Marie Busche

ältere Frau mit grauen Haaren mit ihrem Mann in roter Daunenjacke
„Heimat, da bin ich aufgewachsen, da kenne ich die Menschen, da weiß ich, dass ich zu einem Nachbarn gehen und um Hilfe bitten kann.“ (Eva aus Nastätten zusammen mit Reinhard)
Ältere Frau mit grauen Haaren, dunkler Jacke und bunten Schal
Heimat ist da, wo ich mich wohlfühle, wo meine Familie ist, wo ich alles kenne und ich mich nicht neu orientieren muss. (Kersti aus Katzenelenbogen)
Frau mit dunklen Haaren und schwarzer Brille mit einem Hund auf dem Arm
Heimat ist da, wo das Herz hingehört, und meins gehört definitiv ins Blaue Ländchen.
ältere Frau mit blonden Haaren in roter Jacke
Heimat sind für mich die Leute und die Gemeinschaft und wo man fast jeden kennt. (Monika aus Holzhausen)

Nastätten, das ist meine Heimat. Wir leben schon immer hier und hier ist alles da, was man braucht. (Eva, lebt mit ihrem Mann Reinhard im Blauen Ländchen, dem rheinland-pfälzischen Taunus)

Eva und Reinhard sind geborene Nastätter

Eva und ihren Mann haben wir bei einer Zufallsbegegnung in Nastätten getroffen. Sie sind geborene Nastätter und tief mit der Stadt verwurzelt. „Ich wollte mal nach München ziehen“, erzählt Reinhard, „aber das Großstadtflair, das braucht man gar nicht. Nastätten ist eine Kleinstadt, ich kenne auch nicht jeden hier, aber ich fühle mich wohl“. Eva schätzt besonders, dass man nicht so anonym wohnt, wie in einer großen Stadt. Auch für ihre pflegebedürftige Mutter bringen die engen Kontakte des Dorflebens Vorteile. Nur die Lage der Einrichtung ist unpraktisch. „Es liegt auf dem Berg, einen Rollator dort hochzuschieben ist nicht so ideal“, sagt sie.

Kersti liebt die Fastenbrezel aus Nastätten

An diesem sonnigen Tag treffen wir auch Kersti. Sie hat sich noch schnell ein paar Fastenbrezeln gesichert, die es nur im Blauen Ländchen und an einem Ort in Baden-Württemberg gibt. Die Fastenbrezel ist ein mit Zimt gesüßter Hefeteig, der später auf Stroh gebacken wird. 1962 zog Kersti in die kleine Stadt östlich von St. Goar und fühlte sich schnell willkommen. Sie sagt: „Wenn man offen ist und auf die Leute zugeht und sich in die Gemeinschaft einbringt, dann wird man auch aufgenommen“. Heute fühlt sie sich im Blauen Ländchen wohl und kann diesen Ort ihre Heimat nennen.

Für die Liebe ist Tina nach Nastätten gezogen

Tina ist gerade mit ihrem Hund unterwegs, als wir sie treffen. Ursprünglich kommt sie aus Lüdenscheid und ist der Liebe wegen nach Nastätten gezogen. Das ist jetzt 20 Jahre her und sie ist immer noch hier. „Es ist sehr schön, es ist ländlich und man hat die persönlichen Kontakte und es ist noch ein wenig Privatsphäre hier.“

Monika und ihre Familie haben in Nastätten ihr Zuhause gefunden

Für Monika ist Nastätten eine Metropole. Sie kommt aus Holzhausen und ist dort auch geboren. Am Dorfleben und ihrer Heimat schätzt sie besonders die Kameradschaft und den Zusammenhalt. „Ich möchte auch nicht mehr hier weg. Ich bin eh schon älter. Wir haben hier unser Haus und auch unsere Kinder wohnen hier.“

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