Bei Maria isst das Auge nicht mit – ohne Sehkraft geht sie ihrem Hobby Kochen und Backen nach

Mit acht Jahren erkrankt Maria an einer Augenkrankheit und verliert ihr Augenlicht. Lange versucht sie, ihre Sehbehinderung zu verbergen, und lehnt den Blindenstock ab. Heute geht die Hobbyköchin offen damit um.

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Von Autor/in Sabrina Mann

Das war ein sehr schmerzvoller Prozess. Ich wollte lange den Blindenstock nicht akzeptieren. Und dass ich damit auf der Straße gehe und mich sozusagen oute als jemand, der ganz anders ist als andere.

Marias Diagnose: „Du wirst irgendwann mal blind!” 
Maria verliert früh ihr Augenlicht. „Ich bin ganz normal auf die Welt gekommen. Und mit acht Jahren habe ich dann eine Augenkrankheit bekommen und das hat eben dazu geführt, dass ich ein sogenanntes Glaukom erworben habe. Und das ist halt oftmals bei Kindern oder Jugendlichen das Urteil: Du wirst irgendwann mal blind“, erklärt die 64-Jährige. Heute hat sie den Blindenstock auf der Straße akzeptiert – und kann zusätzlich auf Unterstützung von ihrem Hund zählen. 

 Kochen und Backen – ohne zu sehen?

Das Kochen und Backen ist ihr Hobby: Beides macht sie gerne und vor allem nach Gefühl. Mit ihrem eigenen, ausgeklügelten Küchensystem und viel Konzentration findet sie sich zurecht. Eine wichtige Regel in ihrer Küche: „Ordnung ist wirklich das halbe Leben.“ Fein säuberlich sind Gewürze und Lebensmittel in Marias Schränken verstaut – und mit Blindenschrift kenntlich gemacht. Und wenn doch mal was daneben geht: „Dann fühle ich erst mit den Füßen vor. Oder im schlimmsten Fall lasse ich mich auf den Boden nieder auf die Knie und such es dann halt mit den Händen. Und ich habe einen praktischen Hund, wenn hier Krümel runterfallen werden die von meinem Hund aufgefressen.” 
 
Auch wenn sie sich heute im Alltag gut zurechtfindet, stößt immer wieder an ihre Grenzen: „Das ist auch manchmal heute noch schwierig, wenn ich dann irgendwas überhaupt nicht hinkriege, denke ich mir: So ein Mist, dass ich jetzt das nicht sehen kann. Aber so ist es halt, man muss sich irgendwie damit arrangieren, sonst geht man unter.“ 

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Autor/in
Sabrina Mann
Onlinefassung
Ayleen Schneck