Katrin (38) über ihren Weg zur Diagnose Endometriose

Katrin aus Böhl-Iggelheim bekommt 2015 die Diagnose Endometriose. Doch der Weg zur Diagnose war nicht einfach. So geht die 38-Jährige heute mit der chronischen Erkrankung um.

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Man wächst mit der Krankheit, man akzeptiert sie. Ich habe momentan einen Weg gefunden, damit umzugehen.

Was ist Endometriose?

Katrin bekommt 2015 die Diagnose Endometriose. Bei der chronischen Erkrankung bildet sich gebärmutterartiges Gewebe außerhalb der Gebärmutter. Diese sogenannten Herde können Organe angreifen. „Die Endometriose war schon immer in mir. Meine Mutter hat sie mir vererbt. Mit Absetzen der Pille ist sie ausgebrochen. Die Pille unterdrückt die Entzündungen der Herde. Durch das Absetzen sind die Herde extrem gewachsen und haben Entzündungen hervorgerufen. Mein Verdauungssystem hat versagt und ich hatte extreme Bauchschmerzen. So heftig war es noch nie“, erklärt die 38-Jährige.

Ein langer Weg zur Diagnose und Behandlung

Doch der Weg zur Diagnose ist nicht einfach: „Als das nicht aufgehört hat, bin ich in die Notaufnahme. Ich habe erst keine Behandlung bekommen und wurde sehr lang sitzen gelassen. Irgendwann haben sie mir intravenös Schmerzmittel gegeben und mich mit der Diagnose ‚unklarer Bauch‘ entlassen. Nach dem dritten Mal in diesem Krankenhaus hat man immer noch nichts festgestellt. Meine Mutter kam dann auf die Idee, dass es Endometriose sein könnte, und hat gesagt: ‚Hör zu, wir gehen jetzt zu meinem Spezialisten.‘ Als die Diagnose ‚Endometriose‘ dann kam, war ich erleichtert, dass man mich endlich ernst genommen hat.“

Endlich von den Ärzten ernst genommen 

Die Ärzte stellen damals fest: Der gesamte Unterbauch ist mit Endometriose befallen. Der Blinddarm ist mit Dünn- und Dickdarm verwachsen. Ein Stück vom Enddarm und der rechte Eileiter sind so zerstört, dass sie entfernt werden müssen. Seit der Diagnose hat sich Katrins Alltag verändert. „Ich war im Leistungssport. Nach den OPs war Sport für mich fast undenkbar. Es ist klar, man braucht Zeit zum Regenerieren, aber mein Darm ist jetzt so geschädigt, dass ich nicht mehr so leistungsfähig bin wie vorher. Ich habe auch eine ganz strikte Morgenroutine, wenn ich auf die Arbeit muss. Wenn ich die nicht einhalte, kann es sein, dass ich einen Fieberschub bekomme. Außerhalb der Periode habe ich auch Probleme mit Erschöpfung und Entzündungen. Während der Periode habe ich Gott sei Dank keine Schmerzen mehr.“

Sport bei Endometriose

Katrin hat mittlerweile einen Weg für sich gefunden, mit der Krankheit umzugehen: „Ich spüre, dass ich nicht frei von Endometriose bin. Es ist eine chronische Krankheit. Aber ich sehe es als Herausforderung. Man wächst mit der Krankheit. Vor 2 Jahren habe ich mit Yoga angefangen – mit Achtsamkeit, mit Bewegung, mit Dehnung. Ich habe so viel Energie über Yoga bekommen. Das Wichtigste ist, dass man sich nicht aufgibt, dass man die Krankheit anerkennt und auf jeden Fall darauf hören sollte, was der Körper sagt.“

Medizin Endometriose - mehr Forschung für bessere Diagnostik und Therapie

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