Die versteckte Sexualität – als Homosexualität noch ein Verbrechen war

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Von Autor/in Heiko Wirtz

„Ich habe meine zukünftige Frau mitgenommen zu dem Doktor und wir haben beide geglaubt, dass das hilft.“

Klaus ist schwul. 1964 wird der damals 17-Jährige zusammen mit einem anderen Mann in einem Kaufhaus auf der Toilette gestellt. Er wird festgenommen. Der Tatvorwurf: „Unzucht mit einem Mann“. „Die ganze Zeit hat man gewusst: Das ist verboten, das macht man nicht.

Aber das waren ja Gefühle, die man hatte und die hat man gelebt, so gut wie man konnte im Versteckten.“

Für seine Gefühle wird Klaus damals zu zwei Jahren Zwangsumerziehung verurteilt. Nicht nur die Gesellschaft dieser Zeit, auch seine Familie kann Klaus‘ sexuelle Orientierung nicht akzeptieren. „Meine Eltern haben das gar nicht verstanden, weil die in ihrer Jugend eingetrichtert bekommen haben, dass das ein Schwerverbrechen und in der Kirche eine Todsünde ist.

Da kam es dann zu dem tollen Ausspruch: 'Du bist nicht mehr unser Sohn'.“

Klaus unterzieht sich einer Umerziehung. „Dort bin ich dann als geheilt entlassen worden, weil ich mich dann verlobt und verheiratet habe. Ich habe selbst geglaubt nach den zwei Jahren, dass das jeder junge Mann mitmacht und dass das dann vorbei ist.“ Dass die “Therapie“ nicht anschlägt, merkt Klaus schnell. „Nach sechs Wochen war ich mit dem ersten Mann wieder im Bett.“

Seine Ehe lebt Klaus zunächst weiter. Zu groß ist die Angst, nochmal erwischt zu werden - und auch das Gefühl, seiner Ehe gerecht werden zu müssen. „Man hat ja selber geglaubt, dass diese Ehe einen rettet. Man muss gerettet werden von der Homosexualität, man muss geheilt werden. Dass es heute noch Leute gibt, die daran glauben, das kann ich nicht verstehen.“

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