Meine Eltern haben sogar immer gesagt, dass ich bloß kein Friseur werden soll.
Seit über 30 Jahren arbeiten Sascha und Vater Gino bereits Seite an Seite in ihrem Friseursalon in Mannheim. Und der Laden hat Tradition: Bereits 1964 übernahm Saschas deutscher Großvater den Friseurladen von zwei Frauen. Der Standort begeisterte ihn dabei direkt: Mitten in einem bevölkerungsreichen Stadtteil mit guter Anbindung an den Nahverkehr.
Dass Gino einmal Vollzeit als Friseur arbeiten würde, war lange nicht klar. Der heute 76-Jährige stammt ursprünglich aus Sardinien, kam mit 18 Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland. Obwohl er bereits in Italien das Friseurhandwerk gelernt hatte, arbeitete er hier in unterschiedlichen Fabriken und auch im Straßenbau. Privat schnitt er immer wieder Bekannten und Verwandten die Haare – doch der eigene Laden kam dann durch Zufall: Er lernte seine deutsche Frau kennen und damit auch seinen Schwiegervater, der einen eigenen Salon besaß. Als dieser 1989 in Rente ging, übernahm die nächste Generation den Laden. Seit den 90er-Jahren macht Sohn Sascha den Familienbetrieb komplett.
Obwohl Sascha ursprünglich gar nicht Friseur werden wollte, liegt es ihm wohl im Blut: Neben Großvater, Vater und Mutter sind auch Saschas Onkel und Cousine Friseure. Was Vater und Sohn noch eint: Sie mögen ihren Beruf, haben vor allem am Umgang mit den Kunden Spaß:
Wenn du keine Liebe und Spaß da mitreinbringst, dann brauchst du den Job auch gar nicht erst zu machen.
Wie in jeder Familie geht es auch im Friseursalon nicht immer harmonisch zu. Was hilft? Jeder hat seinen eigenen Arbeitsbereich, eigene Stammkunden und: „Wir können eben streiten. Dann wird es mal kurz laut und dann ist auch wieder gut.“