Man kann es in die Tonne schmeißen, was für selbstständige Frauen im Mutterschutz gemacht wird. Die sind gar nicht bedacht.
Geldsorgen überschatten Mutterglück
Maxime ist selbstständige Schreinermeisterin und hat, wie viele, den einfachen Wunsch, ihr frisch gebackenes Mutterdasein genießen zu wollen. Statt sich auf die Geburt freuen zu können, hat sie sich jedoch mit finanziellen Problemen rumschlagen müssen: „Schwangere Selbstständige sind im Gesetz noch nicht inbegriffen, vor allem was das Mutterschutz-Gesetz anbelangt. Bisher gibt es keine Regelung dafür, was eine selbstständige Schwangere betrifft“, äußert sie entrüstet. Deshalb steht Maxime acht Wochen nach der Geburt ihrer Tochter wieder in ihrer Werkstatt. „Laufende Kosten müssen gedeckt werden und man braucht ja auch privat noch Geld für irgendwas, d.h. ich muss während dem Elterngeldbezug noch parallel arbeiten.“
Unterschied Gesellin und Meisterin
Im Gegensatz dazu bekommen angestellte Gesellinnen ein Arbeitsverbot: „Als Gesellin bin ich ab Tag 1 nach Bekanntgabe der Schwangerschaft raus aus dem Arbeitsumfeld durch ein Beschäftigungsverbot, weil wir mit Stäuben arbeiten, die schädlich für das Kind wären und mit Maschinen, die in den Bauch fahren können und wir müssen schwer heben – ab fünf Kilogramm darf man als schwangere Frau nichts mehr tragen.“ Beratungsmöglichkeiten für eine werdende schwangere Selbstständige sind ebenfalls nicht ausreichend vorhanden, erzählt Maxime: „Vor allem ist es schwierig während der Schwangerschaft an Informationen zu kommen, eine gute Adresse zu finden, wo man sich beraten lassen kann.“
Eine Petition für mehr Schutz
Für Maxime steht fest: Es muss etwas getan werden, damit selbstständige Frauen in Zukunft geschützt werden. Sie hat deswegen eine Petition gestartet. „Es ist ein erhebliches Armuts- und Betriebsrisiko als Selbstständige schwanger zu sein, egal in welcher Berufsgruppe. Es ist noch ein langer Weg, gar keine Frage. Wir müssen noch einiges an Arbeit reinstecken. Aber wir machen das auch ehrenamtlich für andere Frauen, die irgendwann in dieser Situation sein werden.“