In dem Block wohnen über 3.000 Menschen und der Großteil hat kleine Kinder. Ich finde es enorm wichtig, dass wir diese Kinder nicht verlieren. Die brauchen Struktur und Angebote.
Zufallsbegegnung
Bei einem Besuch im Koblenzer Stadtteil Neuendorf treffen wir zufällig auf Jonny. Seitdem er klein ist, wohnt er im Kreutzchen. So nennt man die Großsiedlung in Neuendorf. Das Kreutzchen macht immer wieder Schlagzeilen und hat bei vielen Menschen den Ruf eines sozialen Brennpunktes. Doch die meisten Menschen vor Ort sind stolz auf ihre Herkunft und schätzen das soziale Miteinander.
„Das Kreutzchen bedeutet mir ganz viel. Hier ist einfach ein extremer Zusammenhalt. Egal mit wem und egal, wer was tut. Hier wird nach jedem geguckt. Ich möchte, dass meine Kinder genauso hier aufwachsen wie ich. Deswegen möchte ich mehr Arbeit reinstecken, damit auch mehr Positives nach außen dringt“, erzählt Jonny.
Ende 2021 wurde der Jugendtreff zunächst geschlossen. Das alte Gebäude soll abgerissen werden, um Platz für ein neues zu schaffen. Doch für Jonny war klar: Auch in der mehrjährigen Bauphase braucht es einen Ort, um sich zu treffen, sich auszutauschen und Spaß zu haben. Also haben die Jugendlichen gemeinsam mit der Jugendsozialarbeit Neuendorf und ehrenamtlichen Helfern wie Jonny eine leerstehende Wohnung zu ihrem neuen Jugendtreff umgestaltet. Dafür sind sie besonders dankbar: „Ich bin sehr stolz, wenn ich sehe, wie wir den Jugendraum verändert haben. Das gemeinsame Hantieren stärkt den Zusammenhalt zwischen uns total“, erzählt die 16-jährige Gina.
Jonny hat eine Schulung gemacht, um den Jugendtreff regelmäßig zu leiten und als Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen aus dem Kreutzchen da zu sein: „Wenn wir im Jugendclub sind, machen wir schöne Spiele zusammen. Wir lachen gemeinsam und versuchen, den Jugendlichen das Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. Wir zeigen ihnen, dass sie wichtig sind.“
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