Die Leute kannten das noch nicht so mit dem Imbiss, dass man an den Imbiss geht. Da haben die Leute dann gesagt: Tun sie mir das Einpacken. Da sagte ich: ‚Das schmeckt doch am besten, wenn Sie es frisch essen.‘
Er ist Kult – der Imbiss in St. Goar. Vor fast 60 Jahren hatte Edith die Idee. Damals gab es noch keinen Schnellimbiss in dieser Art am Mittelrhein. Pommes, Currywurst, Frikadellen, Kartoffelsalat und der legendäre Nierenspieß – das war die Welt von Edith. Und die Gäste fanden mit der Zeit immer mehr Gefallen an dem Konzept.
Imbisswagen wird bei Brand komplett zerstört
Die ersten guten Kunden, das waren die Amerikaner, die hier stationiert waren. Die kamen an den Sonntagen mit Kind und Kegel an unseren Imbiss. Und dann hat sich so langsam bei den Kunden durchgesetzt, dass man auch im Stehen essen kann.
Doch 2006 änderte sich alles. Der Imbisswagen brannte vollkommen ab. Und Edith wusste erst einmal nicht, ob und wie es weiter gehen sollte. Sie hatte Glück: Ein kleiner Verkaufswagen wurde ihr als Übergangslösung geliehen. So konnte sie ihre Leckereien weiterhin verkaufen.
„Kultimbiss“ in St. Goar geht auch ohne Edith weiter
Heute steht in St. Goar ein fester Verkaufsimbiss. Viele der Mitarbeiterinnen arbeiten schon seit 20 Jahren und mehr in dem „Kultimbiss“. Doch für Edith war vor drei Jahren Schluss und sie übergab den Imbiss an ihre Nachfolgerin Doreen. Einen wichtigen Job hat die 88-Jährige aber noch: Sie kommt ab und zu vorbei und testet den Nierenspieß – der soll so schmecken wie seit 60 Jahren. Das, sagt Edith, ist sie ihren Stammkunden schuldig.
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