Bäcker mit 83 – Hermann denkt nicht an die Rente

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Von Autor/in Hubertus Fuchß, Katharina Reckers

„Ich habe nicht das Empfinden, dass Arbeit eine Last ist. Es war so, man musste seine Arbeit machen, bis alles fertig war. Und so ist es auch jetzt noch hier.“

Seit 70 Jahren steht Hermann in der Backstube und feiert in diesem Monat sein Dienstjubiläum. Obwohl er 83 Jahre alt ist, denkt er nicht daran aufzuhören.

Mindestens zwei Mal die Woche fährt er über 40 km mit dem Auto, um in Brauneberg an der Mosel seinem ehemaligen Lehrling in der Backstube unter die Arme zu greifen. Wenn es sein muss, auch für bis zu zwölf Stunden. Körperliche Anstrengung und Nachtarbeit machen Hermann nichts aus.
Für seinen ehemaligen Lehrling und jetzigen Chef ein Glücksfall. Die beiden verbindet nicht nur die Leidenschaft zum Backen, sondern auch eine Freundschaft. Als Karsten damals mit der Ausbildung anfing, starb sein Vater. Hermann war für ihn da, nahm ihn in seine Familie auf, so dass Karsten bei seinem Chef sein zweites Zuhause fand. „Ich bin stolz, dass mein Lehrmeister heute bei mir arbeitet. Was auch nicht selbstverständlich ist. Er könnte auch sagen: ‚Ich bin über 80 Jahre alt, ich will nicht mehr arbeiten.‘ Er kommt einfach und macht. Und das ist in der heutigen Zeit ganz toll.“

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