„Es war immer in der Luft, dass ich anders bin. Aber ich habe es nie kommuniziert. Innerlich war ich einsam.“ (Seher, 21 Jahre, Muslima und Sportwissenschaftlerin)
Ohne Religion: Einsam und unglücklich
Seher ist Muslima und begeisterte Sportlerin. Lange hatte sie ihren Glauben und den Sport voneinander getrennt: „Es kamen immer wieder mal Witze darüber, dass ich keinen Alkohol trinke oder kein Schweinefleisch esse. Ich habe das damals aber als Witz stehen lassen und mich nicht gerechtfertigt.“ Mit der Zeit merkt Seher immer mehr, wie unglücklich sie damit ist.
„Ich brauche Gott an meiner Seite, ich brauche diese Sicherheit aber konstant.“
Im Corona-Lockdown nimmt sich Seher Zeit, über ihre Situation nachzudenken. Sie beschließt, ihren Glauben und den Sport nicht mehr zu trennen. Mit neuem Selbstbewusstsein trägt sie das Kopftuch im Sport und spricht offen über ihre Religion.
Zu ihrer Überraschung sorgt ihre Offenheit für mehr Verständnis und Akzeptanz in ihrem sportlichen Umfeld: „Es war immer wieder eine tolle Erfahrung, leben zu dürfen wer ich bin und akzeptiert zu werden.“
Coaching für Muslima: Selbstbewusst Sport treiben
Nachdem Seher feststellt, dass es kaum Sportcoachings für Muslima gibt, macht sie sich neben dem Studium selbstständig und beginnt ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben: „Ich möchte muslimische Frauen bei ihrem Weg in den Sport begleiten.“ Seher gibt beispielsweise Tipps, wie man im Ramadan Sport treibt oder versucht Ängste und Vorbehalte abzubauen.
Ihr Coaching kommt gut an, das Feedback fällt positiv aus: „Von mehr Selbstbewusstsein, besserer Fitness und positiven Erfahrungen in den Vereinen ist alles dabei“. Nach dem Sportwissenschaftsstudium möchte Seher das Coaching ausbauen, vor größerem Publikum auftreten und noch mehr Muslima erreichen.
„Ich möchte die größte deutsche muslimische Sportcommunity aufbauen.“
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