Im Krankenhaus bin ich Team Lebenszeit. Als Palliativärztin bin ich Team Lebensqualität.
Ihr Ziel ist es, Menschen ein würdiges Lebensende zu Hause zu ermöglichen. Sie und ihr Kollege Michael kommen zu Menschen mit weit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen, die an starken Symptomen leiden. Ursprünglich hat Daphne als Narkoseärztin im Krankenhaus gearbeitet. Vor einem Jahr wollte sie dem hektischen Klinik-Alltag entfliehen und hat sich für die Arbeit bei der SAPV entschieden. Das ist die Abkürzung für “spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung”.
Während meiner Arbeit bin ich in einen persönlichen Konflikt geraten: Warum versuchen wir auf Teufel komm raus, Menschen durch immer weitere Operationen am Leben zu erhalten, anstatt sie in Frieden sterben zu lassen? Dann kann ich doch viel mehr den Patienten einen Gefallen tun, indem ich dafür sorge, dass sie gut sterben. Ohne Schmerzen, ohne Luftnot, ohne Angst, ohne Unruhe.
Den Patienten, die sie begleitet, sagt sie ganz klar, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt. Das ist ihr wichtig, damit die Menschen die Chance haben, diese Zeit auch möglichst gut zu nutzen. Auch wenn manche darauf erst mal wütend oder verständnislos reagieren: “Im Nachhinein sind die Patienten und Angehörigen oft dankbar. Weil dadurch sensibilisiert man diesen Menschen für die verbleibende Zeit. Und sie können die dann noch mal gut nutzen.”
Aus ihrem persönlichen Umfeld hört sie oft, dass andere sich nicht vorstellen könnten, ihre Arbeit zu machen. Aber auch wenn es nicht immer leicht ist, sieht sie es als Erfüllung an, diese Menschen in den letzten Monaten, Wochen und Tagen ihres Lebens begleiten zu dürfen. “Mein Blick auf das Leben ist ein anderer geworden, seit ich mit Sterbenden zu tun habe. In der heutigen Zeit und der heutigen Gesellschaft ist alles so hektisch und schnelllebig. Die Menschen sehen viel zu häufig nur noch das, was sie alles nicht haben. Jeder Tag im Leben, den ich gesund mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen kann, ist ein wahres Geschenk. Man sollte jeden Tag wertschätzen.”
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