Ein Ort ohne Kneipe? Genau so sah es vor nicht allzu langer Zeit im pfälzischen Fischbach aus: Wo es früher mal fünf Kneipen gab, stand nun die letzte Kneipe, die noch offen hatte, vor dem Aus. Also entwickelten Saskia und andere junge Leute einen Plan für die „Grenzbachstube“.
Ich hätte niemals gedacht, dass wir das jetzt wirklich durchziehen. Ich bin dann heim und habe gedacht: War vielleicht ein Witz.
Das erzählt Saskia über ihre Gedanken nach dem ersten Treffen. Doch schnell steht fest: Die jungen Leute wollen die Kneipe retten und gründen den Verein „Kultur- und Geselligkeitsverein Fischbach“.
Viele bürokratische Hürden werden gemeistert und die „Grenzbachstube“ in Eigenleistung komplett renoviert, einen Monat lang verbringt das Team jede freie Minute in der Kneipe. „Ich glaube, nur so geht’s. Dass wir alle zusammenhalten und viel Rückhalt haben. Ansonsten wäre das nicht umzusetzen“, erzählt Saskia. Dabei lobt Saskias Mitstreiter Jonas auch den Vermieter der Kneipe: „Da können wir uns extrem glücklich schätzen, jemanden wie ihn an unserer Seite zu haben.“
Im April 2024 ist es dann so weit: Die Neueröffnung der Kneipe steht an. Pascal erzählt: „Es herrschte echt eine Aufbruchstimmung, wir haben alle auf den Tag der Eröffnung hingefiebert. Dann kam der Tag und es war die Hölle los. Die Leute standen bis raus auf die Straße, das war toll. Da hatte man die Bestätigung, dass es eine gute Idee war.“
Die Kneipe kommt gut an
Bisher läuft das Konzept der ehrenamtlich geführten Kneipe sehr gut. Inzwischen hat der Verein schon mehr als 100 Mitglieder, jeden Monat kommen neue dazu. Und auch für die Zukunft gibt es einen klaren Plan: „Wir möchten mit neuen Ideen dazu beitragen, dass wir wieder ein ordentliches Dorfleben hier auf die Beine stellen können. Mit Treffpunkten, aber auch einer Gemeinschaft, die sich aus verschiedenen Generationen zusammensetzt.“
Mehr über die Grenzbachstube und andere Projekte rund um die Kneipen- und Barkultur in Deutschland gibt es in der Reihe „Bundesvibe“ in der ARD Mediathek.
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