Hans ist seit 70 Jahren Friseur

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Von Autor/in Felix Mansel

Ich gehe auch mit Menschen um und kann die Menschen positiv verändern und beeinflussen. Es geht darum, mit Menschen Kontakt zu haben.

Für viele ist ihr Friseur oder ihre Friseurin nicht nur zum Haareschneiden gut, sondern ist auch eine Art Seelsorge für persönliche Probleme. Hans hat damit Erfahrung: Er hört gerne seinen Kunden und Kundinnen zu, macht ihnen Mut und vertreibt ihre Einsamkeit – und das schon seit 70 Jahren. Hans‘ Vater eröffnete 1954 seinen Friseursalon in Kaiserslautern. Lange dauerte es nicht, bis Hans selbst an die Schere durfte: Mit nur 15 Jahren lernte er das Haareschneiden und Frisieren von seinem Vater. Als Test-Modelle mussten seine Klassenkameraden herhalten, die alle im Tausch gegen Schulaufgaben ihre Haare geschnitten bekamen.

Streit um „Pilzkopf-Frisur“

1975 übernahm Hans den Friseursalon seines Vaters. Dabei erfuhr er jeden Frisurentrend aus erster Hand und ging immer mit der Zeit: Vor allem in den 1960er-Jahren stürmten viele junge Menschen mit ihren Eltern den Friseursalon und wollten die bekannte „Pilzkopf-Frisur“ der Beatles. Da kam es öfter zu Streitigkeiten zwischen Eltern und Kindern, bei denen Hans Kompromisse finden musste.

Seit 2006 führt seine Tochter das Familiengeschäft weiter. Ans Aufhören denkt Hans jedoch nicht. Die Tagesstruktur und der Kontakt zu den Kunden und Kundinnen halten den 85-Jährigen fit.

Das ist wichtig in meinem Alter. Da bleibe ich jung. Die Kunden fordern mich und da bin ich im Hirn noch nicht verkalkt. Das ist Training, um gesund zu bleiben.

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