Ich habe mich getrennt und bin dann in die Selbstständigkeit gestartet. Das war kein Sprung aus der Komfortzone, sondern ich habe mich da rausgesprengt.
Yvonne wächst mit dem Bild einer traditionellen Kernfamilie auf: Vater, Mutter, Kind. Trotzdem entscheidet sie sich für ein Leben als alleinerziehende Mama, als sie ihre unglückliche Ehe beendet. Doch mit dem Schritt kommt die Erkenntnis, dass sie finanziell von ihrem Mann abhängig ist und von ihrem Teilzeitjob nicht leben kann. „Bis ich selbst alleinerziehend war, habe ich gar nicht gemerkt, wie Einelternfamilien durchs Raster fallen. Man muss erst selbst betroffen sein, bis man es mitbekommt.“
Weil sie sich und ihrer damals sieben Monate alten Tochter ein möglichst unabhängiges Leben ermöglichen möchte, setzt Yvonne 2016 alles auf eine Karte und macht sich als Webdesignerin selbstständig. Damit steht sie vor neuen Herausforderungen: „Wenn man selbstständig ist, ist der Kopf immer an. Man hat das Gefühl: Es geht noch mehr, man kann noch mehr arbeiten.“ Die 38-Jährige muss lernen, sich ganz bewusst Ruheinseln im Alltag zu schaffen. Trotzdem bleibt ihr Tag ziemlich durchgetaktet: „Wenn ich mir überlege, was ich stemme, merke ich abends schon, dass ich sehr müde bin. Es klingt sehr unsexy, aber manchmal gehe ich einfach um acht Uhr ins Bett.“
Auf ihrem Instagram-Kanal berichtet Yvonne über ihre Erfahrungen als alleinerziehende Selbstständige. Mit Coachings möchte sie andere Frauen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen, auch wenn der unbequem sein kann. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass aus ihrer Community eine Stiftung wird, die mittellose Frauen unterstützt und zur Selbstständigkeit ermutigt: „Wo keine Tür ist, kann man eine bauen. Weil man nicht den Weg gehen muss, den man halt geht, weil es alle so machen.“
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