„Das bringt einem immer wieder eine Gänsehaut, wenn man sieht, wie man allein nur mit seiner Art jemanden so glücklich machen kann.“ (Martina, hat einen Friseursalon für demenzkranke Menschen)
„Wenn du es schaffst, dass ein Mensch dir vertraut, der selbst nicht mehr weiß, wer er ist – etwas Schöneres gibt es nicht“, findet Martina aus Essenheim in Rheinhessen. Die Friseurmeisterin hat sich auf Menschen mit Demenzerkrankung spezialisiert. „Der Bedarf ist sehr groß“, sagt Martina. Vor 13 Jahren hat sie als mobile Friseurin begonnen und auf Pflegestationen mit demenzkranken Personen gearbeitet. Dass bei diesen Kunden ein anderer Umgang wichtig ist, lernt Martina schnell. „Die Personen erkennen mich oft beim zweiten Besuch nicht wieder und sind dann sehr verunsichert“, erklärt die Friseurin. Also beginnt sie sich Vieles aus den Erzählungen zu merken, zum Beispiel welchen Beruf die Person früher ausgeübt hat, was ihre Hobbys waren. Beim nächsten Mal geht Martina dann direkt darauf ein und schafft so eine Vertrauensbasis.
Ein Friseursalon voller Erinnerungen
Ihren eigenen Salon in einer Seniorenresidenz hat sie mit vielen alten Erinnerungsstücken ausgestattet: Poster von Marilyn Monroe und Audrey Hepburn hängen an den Wänden. Ein 50er-Jahre Föhn liegt als Deko auf dem Tisch und sogar das Haarspray hat noch den Geruch von damals. Martina ist es wichtig, dass auch Menschen mit Demenz sich bei einem Friseurbesuch wohlfühlen und selbstbewusst ihren Salon verlassen. Denn Friseur ist viel mehr als nur Haare schneiden.
Übrigens schult Martina mittlerweile andere Friseure im Umgang mit Demenzkranken. „Ich freue mich, wenn das Bewusstsein dafür wächst und somit auch das Verständnis füreinander zunimmt.“
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