Henriette erlebt, wie ihre jüdischen Eltern erschossen werden

Henriette erlebt als Kind, wie ihre jüdischen Eltern von deutschen Soldaten erschossen werden. Sie berichtet vom Holocaust gegen das Vergessen.

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Von Autor/in Holger Wienpahl

Wir sind die letzte Generation, die das erlebt hat. Und in ein paar Jahren werden wir schon nicht mehr da sein. Aber Sie werden da sein. Sie sind die Zukunft.

Henriette wird 1934 in der damals polnischen Stadt Stanisławów geboren. Ihre jüdische Familie flieht 1939 nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht nach Lemberg und Sambor. Doch bald holen sie der Krieg und die Deutschen wieder ein. Sie werden aus ihrer Wohnung vertrieben und müssen im Ghetto leben. 1941 werden Henriettes Eltern vor ihren Augen erschossen.

Die deutschen Soldaten haben geglaubt, wenn sie Juden töten, machen sie etwas Gutes für ihr Land und Volk. Über sechs Millionen Menschen waren zum Tode verurteilt. Nur aufgrund des Fakts, dass sie als Juden oder als Sinti und Roma geboren wurden.

Anstatt Hitlers Rassenwahn zu hinterfragen, wären viele dem Diktator blind gefolgt. Deshalb mahnt Henriette Kretz bei einem Vortrag an der Johannes-Gutenberg-Uni in Mainz die Zuhörenden: „Lassen Sie keine Diktatoren für Sie denken!“ Die jungen Menschen von heute seien die Zukunft und dürften so etwas nie wieder geschehen lassen.

Henriette kann fliehen – und erzählt heute ihre Geschichte

Henriette selbst schafft es als 9-Jährige, vor den deutschen Soldaten zu fliehen, sich in einem Nonnenkloster zu verstecken und die NS-Zeit zu überleben. Mittlerweile lebt sie mit Kindern und Enkeln in Antwerpen, Belgien aber kommt immer wieder nach Deutschland, um ihre Geschichte zu erzählen, gegen das Vergessen.

Ihre Eltern wird sie nie vergessen, auch wenn sie kein Grab haben, das Henriette besuchen könnte. Stattdessen legt sie hin und wieder Steine auf andere Gräber auf jüdischen Friedhöfen – denn Blumen verwelken, Steine aber bleiben. „Ich denke immer an meine Eltern. Und wenn es etwas nach dem Tod gibt, dann sollen sie wissen, dass ich sie nie vergessen habe.“

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Holger Wienpahl
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Nico Bähr