Inklusion im Obstbau – Stefanie arbeitet mit ihrer Behinderung als Aushilfskraft

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Von Autor/in Strephan Ebmeyer

„Das macht hier einfach Spaß, weil ich immer etwas Neues dazulerne.“

Sie arbeitet seit September im Obstbau. Als Aushilfe. Drei Tage in der Woche. Den Rest der Zeit arbeitet sie in einer Werkstatt in Ingelheim für Menschen mit Behinderung, denn sie ist geistig behindert. Aber die Tätigkeiten auf dem Acker machen ihr noch mehr Spaß: „Auf jeden Fall will ich hierbleiben – weil es sauschön ist!“

Stefanie hat vorher ein vierwöchiges Praktikum bei Obstbauer Markus gemacht. Der war so angetan von ihr, dass er ihr die Chance gegeben hat, bei ihm als Aushilfe zu arbeiten. Regelmäßig. „Ich sehe hier für längerfristig eine Lösung, weil die Saisonkräfte nur für drei Monate hierherkommen. Und sie versteht gut Deutsch,“ erzählt er.

Von der Werkstatt aufs Feld

Markus ist auf Stefanie durch einen Besuch in einer Werkstatt von „in.betrieb“ in Ingelheim aufmerksam geworden. Dort gibt es bereits seit mehr als einem Jahr eine Kooperation mit einem Winzer. Seit diesem Jahr ist auch Markus mit seinem Obstbaubetrieb an Bord. Alle vier Wochen kommen Menschen aus der Werkstatt zu ihm auf den Acker, um dort für zwei Stunden zu arbeiten.

„Das ist für mich Edelsteinsuchen,“ schwärmt Kirn. Stefanie ist für ihn so ein Edelstein. Er will mit ihr arbeiten, um daraus etwas Gutes entstehen zu lassen. Aber er gibt auch zu, dass so ein Projekt Kapazitäten bindet. Denn Stefanie braucht Betreuung bei ihrer Arbeit. Trotzdem hat er sich dieser Herausforderung gestellt und das nicht bereut: „Ich bin mit wenig Erwartungen in das Abenteuer gegangen und sie überrascht uns jeden Tag. Und vor allen Dingen: Sie bringt sehr viel Freude in den Betrieb.“

Bislang ist Stefanie die erste und einzige Mitarbeiterin mit Behinderung. Aber wahrscheinlich wird sie nicht die Letzte bleiben.

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