„Das Schönste an meinem Beruf ist die Arbeit mit den Kindern. Die bedeutet mir wahnsinnig viel.“
Laura arbeitet seit vier Jahren als Kinderkrankenpflegerin im Hospiz Bärenherz. Die Gäste dort sind zwischen null und 27 Jahren alt. Das Hospiz soll ein Wohlfühlort sein, deswegen wird nicht von Patienten gesprochen, sondern von Gästen. „Im Kinderhospiz schenke ich den Kindern und Jugendlichen schöne Momente, wo es doch im Alltag von ihnen oft sehr schwer ist“, sagt Laura über ihre Arbeit.
Die meisten Gäste haben seltene Krankheiten, wie beispielsweise wenig erforschte Genmutationen. Dazu kommen oftmals geistige Beeinträchtigungen und große Entwicklungsrückstände, wodurch sie in allen Lebenslagen auf Hilfe angewiesen sind. Neben den medizinischen und pflegerischen Aufgaben besteht Lauras Arbeit auch aus einer pädagogischen und psychologischen Komponente: „Mein Beruf ist sehr vielfältig. Wir verabreichen nicht nur Medikamente und übernehmen die Pflege, sondern wir spielen auch viel mit unseren Gästen. Für die Eltern sind wir ein bisschen wie Seelsorger, da wir viel zuhören und auf ihre Sorgen eingehen.“
Im Unterschied zu einem Erwachsenenhospiz kommen ins Kinderhospiz nicht nur Gäste, die auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet werden. „Wir haben Kinder und Jugendliche, die zur Entlastung der Eltern für ein paar Tage oder Wochen im Jahr für eine Auszeit zu uns kommen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass Eltern gemeinsam mit ihrem kranken Kind im Hospiz wohnen und von uns angelernt werden, für die Versorgung des schwerstkranken Kindes Zuhause. Dann gibt es aber auch Kinder, die für ihren letzten Lebensabschnitt zu uns kommen.“
Es gibt auch schwere Momente im Hospiz
Wenn ein Kind stirbt, ist das wahnsinnig schwierig und schwer auszuhalten, findet Laura. Für diese Momente brauche man viel Kraft. „Zum Trauern habe ich ein Ritual. Ich gehe in den Raum der Stille und zünde eine Kerze für das Kind an. Dadurch, dass aber die schönen Momente bei meiner Arbeit überwiegen, hält sich die Balance. Aber es ist oft schwer heimzufahren und dann den Alltag zu leben.“
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