Pascals neues Leben nach Suizidversuch

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Von Autor/in Katrin Mathes

Ich würde nicht sagen, dass wir gemobbt wurden, weil wir waren stark. Ich hatte immer meinen Zwillingsbruder, der hat auf mich aufgepasst.

Als Pflegekind erfährt Pascal immer wieder Ablehnung. Seine Vergangenheit mit alkohol- und drogenabhängigen Eltern lässt ihn nicht los, hat tiefe Wunden in seine Seele gebrannt und zu Traumata geführt. „Als Pflegekind hast du es nicht einfach, du hast halt einen Stempel.“

Nach einem Suizidversuch als junger Erwachsener fängt Pascal ein neues Leben an. „Ich habe alles hingeschmissen, was ich bis dahin hatte, und habe zu dem Zeitpunkt auch angefangen mein Buch zu schreiben.“ Pascal glaubt bis zu diesem Zeitpunkt allein mit seinen Traumata klarzukommen. „Ich dachte, ich bin stark, ich schaffe das und ich habe da an dem Punkt gemerkt: Nein, das schafft kein Mensch, das schafft man nicht alleine.“ Pascal begibt sie in Therapie. „Ich bin auf einem guten Weg zu heilen. Ich bin 34 Jahre alt, ich gehe immer noch in eine Gruppentherapie und wenn die noch zehn Jahre geht, geht die noch zehn Jahre, wenn ich sie brauche.“ Sein Buch hilft ihm alles zu verarbeiten.

Ich habe das nur für mich gemacht, merke aber jetzt, dass ich dadurch auch ganz vielen helfe.

Der gelernte Werbetechniker macht einen Bundesfreiwilligendienst im Kindergarten und danach die Ausbildung zum Erzieher. In der stationären Kinder- und Jugendhilfe kann er das zurückgeben, was er während seiner Zeit als Pflegekind bekommen hat: Liebe und Zuwendung. Pascal zeigt den Kindern, dass sie nicht allein sind.

„Ich habe mittlerweile eine unfassbar tolle Beziehung zu meinem Zwillingsbruder. Ich habe eine Tochter, ein Haus, ich wohne gegenüber von meinen Pflegeeltern, ich habe Tiere. Für die Außenstehenden habe ich all das, wo jeder denkt: ‚Der Mann hat was erreicht in seinem Leben‘. Aber für mich war das auch ganz viel Arbeit.“ Trotzdem ist Pascal noch nicht ganz an seinem Ziel angekommen.

Ich schaue in den Spiegel, bin zufrieden mit dem, was da so ist, aber ich habe mich noch nicht gefunden. Das ist mein Ziel: Rauszufinden wer bin ich eigentlich.

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