Dass ich nichts vergesse, ist meine größte Herausforderung, weil es einfach zu viel ist, was am Tag auf mich einströmt.
Steffi ist 41 Jahre alt. 2021 haben sich sie und der Vater der Kinder getrennt. Seitdem ist sie diejenige, die sich hauptsächlich um die Kinder kümmert. Zusätzlich hat sie drei Jobs: Sie betreibt eine eigene Kneipe in Rudersberg, zusätzlich arbeitet sie noch 20 Stunden die Woche in einem Büro und archiviert Zeichnungen. Weiterhin kellnert sie regelmäßig in Festzelten. Steffis Alltag wird auch durch zwei Krankheiten erschwert: Fibromyalgie und Arthrose in den Fingern. Vor allem das Kellnern fällt ihr dadurch schwer, aber meistens ignoriert sie die Schmerzen. Mit den Jobs will die 41-Jährige finanziell unabhängiger sein, sich und den Kindern ihre Wünsche erfüllen und ein Vorbild sein.
Ein großer Traum, der geht dieses Jahr noch in Erfüllung: Die Kinder haben sich immer gewünscht, mit dem Flugzeug zum großen Wasser, mit dem vielen Sand zu gehen und dieses Jahr konnte ich uns das ermöglichen.
Unabhängigkeit für sich und ihre Kinder
Oft fühlt sich Steffi alleingelassen mit den Aufgaben, die auf ihr lasten. Manchmal wünscht sie sich einen Partner, der ihr in diesen Situationen zur Seite steht. Doch für sie bedeutet es auch, zusätzliche Verantwortung und Zeit im Alltag, die ihr fehlen würden. Außerdem ist sie froh, dass sie mit ihren Kindern unabhängig ist. „Es ist eine Person weniger im Haushalt, um die man sich kümmern muss und ein Paar Socken weniger, die herumliegen.“
Anerkennung und Dankbarkeit
Von ihrem Umfeld erfährt Steffi zwar Wertschätzung und Hilfsangebote, doch es fällt ihr schwer, diese Angebote anzunehmen. Trotzdem wünscht sie sich vor allem von ihren Kindern mehr Anerkennung und Dankbarkeit. „Wenn man echt total gestresst ist und dann wieder einen klebrigen Türgriff in der Hand hat, dann fragt man sich: Warum wollte ich Kinder? Hat einem ja vorher nie jemand erzählt, aber natürlich wollte man nicht mehr tauschen und man würde sie auch nicht mehr hergeben.“
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