Mein Mann hat gesagt: Wenn es dir Spaß macht, dann tu das. Du musst das tun, was für dich richtig ist. Das war dann eine richtige Entscheidung, und ich würde es heute wieder so machen.
Erst war es ihr Job, jetzt ist es ihr Ehrenamt in der Rente
Renate arbeitet seit 20 Jahren in einer Senioren-WG, seit fünf Jahren ehrenamtlich. Dort unterstützt sie mehrmals wöchentlich die Pflegekräfte und Bewohnerinnen und Bewohner: „Auf jeden Fall muss man sich immer in jede einzelne Person hineinversetzen. Das ist manchmal nicht so einfach, aber man kriegt das ganz gut hin, weil man möchte, dass die Leute sich hier wohlfühlen.“
„Getan hat man, was von den Eltern kam” – Renates Eltern prägen ihre Berufswahl
Renate hatte eigentlich als ersten Berufswunsch, Kinderdorfmutter zu werden, erzählt sie. „Meine Eltern haben gemeint, es ist vielleicht eine brotlose Kunst. Und so bin ich dann ins Bürofach gegangen. Das war nicht so schlimm, weil wir Nachbarschaft hatten. Da habe ich dann Kinder betreut, ich konnte mich da immer ausleben.“ Selbst im Ruhestand bleibt Renate alles andere als untätig: „Nach meinem Renteneintritt habe ich erst mal die Rente genossen, mit meinem Mann zusammen. Später habe ich gedacht: Man kann die Rente auch sinnvoll ausfüllen und bin dann in die Senioren-WG gekommen.“
Die Senioren-WG ist ein Safe Space für Renate
Renates Mann unterstützte sowohl ihre Entscheidung als auch ihre Arbeit: „Ich war voller Emotionen. Manchmal, wenn ich zu Hause zur Haustür reinkam, musste ich auch vieles loswerden. Aber mein Mann hat es mitgetragen und das war schön. Jetzt muss ich alles mit mir selbst ausmachen: Mein Mann ist gestorben. Das ist manchmal sehr schwierig, da fehlt jemand zum Reden. Und wenn ich in die Senioren-WG komme, dann fühle ich mich wohl. Das kann man dann etwas besser ertragen, weil man sieht: Hier ist hier was los.“
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