Elfriede arbeitet seit über 70 Jahren als Optikerin

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Von Autor/in Martika Baumert, Kai Zinßer

Ich wollte immer weiterlernen – das hält fit.

Seit über 50 Jahren steht Elfriede in ihrem eigenen Optikgeschäft in Schwäbisch Gmünd. Angefangen hat alles in den 1950er-Jahren: Als junge Frau lernt sie den Beruf der Optikerin. „Wir waren zwei Mädchen und vielleicht 26 Jungs. Mein Vater kam aus dem Krieg zurück und hat gesagt: Der Krieg hat mich gelehrt, dass man das, was man gelernt hat, das kann einem niemand nehmen. Deswegen war es für ihn auch selbstverständlich, dass auch ich einen Beruf lerne. Nicht nur meine Brüder.“

Elfriede und ihr Mann teilen die Leidenschaft für Brillen

Dort lernt Elfriede ihren Mann kennen: „Auf der Fachschule, wir waren in Gruppen eingeteilt, es gab verschiedene Fächer, wir mussten Übungen machen, zum Beispiel an der optischen Bank, da waren wir immer zu viert. Also keine Liebe auf den ersten Blick, ich glaube, das hat sich beidseitig so ergeben.“

Später führt sie gemeinsam mit ihrem Mann den Laden, bis sie ihn nach seinem frühen Tod allein weiterführt. „Ich musste einfach weitermachen. Wir hatten drei Kinder und ich war froh, dass ich den Beruf hatte“, erzählt sie.

Heute steht Elfriede immer noch hinterm Tresen, berät, misst und freut sich über ihre Stammkunden. Viele von ihnen kommen seit Jahrzehnten, manche schon seit 50 Jahren. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn jemand seine neue Brille aufsetzt und sagt: ‚Oh, ich sehe ja toll!‘ Das ist das Schönste an meinem Beruf.“

Optikerin zu sein erfüllt Elfriede mit Freude

„Was ich jetzt neu beobachte, was mir auffällt, dass das auf den Kunden eingehen und das Beraten, dass das auch selbst für jüngere Kunden heut wieder eine Sache ist. Dass sie das annehmen, also das war eine Zeit lang nicht so, jetzt sind sie darüber froh, dass man sie gut berät.“

Und ans Aufhören? So richtig vorstellen kann sich Elfriede das noch nicht: „Ich würde mir wünschen, dass jemand den Laden übernimmt, der genauso Freude an den Menschen hat wie ich.“

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