Kindheit im Kongo
Grace wird im Kongo geboren und verbringt dort ihre frühe Kindheit. Als sie acht ist, stirbt ihre Mutter, und sie muss zu ihrem Vater – der schon mehrere Jahre davor nach Deutschland gezogen ist. Denn die Lebensbedingungen im Kongo sind schwierig: Kriminalität, Armut, eine schlechte medizinische Versorgung.
Ankunft in Deutschland 1999
In Deutschland lebt Grace anfangs in einer Geflüchteten-Unterkunft in Filderstadt. Doch in ihr bricht Malaria aus und sie muss ins Krankenhaus. Als sie wieder gesund ist, lernt sie ihre Pflegefamilie kennen. Grace erinnert sich: „Ich hatte ein weiß-rotes Kleid an. Die Krankenschwestern in der Klinik haben gesagt: ‚Du hast Besuch und du musst ganz lieb sein, weil vielleicht darfst du dort leben.‘ Also habe ich mich ganz arg benommen und auf sie gewartet. Und als sie ankamen, war das wie füreinander geschaffen sein.“
Zerrissen zwischen Integration und Identität
Unter der Woche lebt Grace in Altdorf bei ihrer Pflegefamilie, an den Wochenenden ist sie bei ihrem Vater und ihren Geschwistern in einer Geflüchteten-Unterkunft in Harthausen. Sie lebt sich schnell in ihrer Pflegefamilie ein, lernt Deutsch, geht in die Dorfschule. Doch später fühlt sie sich wie eine Marionette, erzählt sie: „Die Menschen, die mir helfen wollten, wollten gleichzeitig, dass ich die Werte und Normen meiner eigenen Kultur aufgebe.“
Integration sollte nicht bedeuten, dass man eine Kultur auslöscht, sondern dass man Unterschiede respektiert und wertschätzt.
Für Grace zählt das Miteinander
Graces Wunsch an Pflegefamilien: „Es ist nicht einfach, ein Kind zu sich zu nehmen. Man muss das Pflegekind kennenlernen, auch die Kultur: wo die Person herkommt, was sie ausmacht. Nicht nur, dass die Person euch kennenlernt, sondern dass man genau hinguckt, damit das Pflegekind Teil der Gesellschaft wird, ohne, dass es einen Teil von sich selbst aufgibt. Ich weiß, es ist nicht einfach, aber das ganze Leben ist nicht einfach, und es lohnt sich.“
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