Warum wird man Kranführerin?
Dass sie mal Kranführerin wird, hätte Annika nicht gedacht. Eigentlich wollte sie nach dem Schulabschluss in die Hauswirtschaft. Aber: nur Absagen. Also bewirbt sich Annika für ein freiwilliges soziales Jahr. Dann ändert sich alles, als sie mit ihrer Schwester auf eine Jobbörsenmesse geht. An einem Stand wird sie gefragt, ob sie sich wie ihre Schwester, einen Bürojob als Disponentin vorstellen kann. „Ne, da habe ich gar keine Lust drauf. Und dann haben die gesagt: ‚Das ist ja kein Problem, dann kommst du einfach vorbei und fährst Kran.‘ Und dann haben wir beide zeitgleich ein Praktikum gemacht. Nach der Woche bin ich heim und habe zu meiner Mutter gesagt: ‚Ich mach das FSJ nicht.‘ Dann habe ich mich beworben, eine Zusage bekommen und habe es bis jetzt keine Sekunde bereut.”
Wir haben Annika mit unserem Reportage-Format „So ist es wirklich” einen Tag lang begleitet. Die ganze Reportage gibt es hier.
Kranführerin Annika: „In 99 % der Fälle bin ich die einzige Frau auf der Baustelle.“
An ihrem Arbeitsplatz, der Baustelle, ist Annika oft die einzige Frau. Während sie auf der Baustelle noch keinen blöden Kommentar gehört hat, bekommt sie die auf Social Media. Auf ihrem Profil teilt Annika ihren Alltag als Kranführerin. „Die ersten paar Kommentare haben schon wehgetan. Inzwischen lassen sie mich relativ kalt. Ich ignoriere das und wenn es unter mehreren Videos passiert, dann blockier ich diese Person und dann ist Ruhe.”
Die Hater wissen nicht, was ich kann. Deshalb ist mir deren Meinung auch nicht so wichtig.
Interessante Orte sind Teil des Kranführer-Jobs
Ihr Job bringt sie immer wieder an interessante Orte: an ein Atomkraftwerk, ein Gefängnis und an Schlösser. „Wenn ich mit Freunden am Wochenende irgendwo hinfahre, dann sage ich oft: ‚Schau mal, dieses Haus habe ich gestellt. Schau mal, in diesem Schloss habe ich das Klavier hochgesetzt. In diesem Kreisel habe ich die Statue reingesetzt.‘ Das catcht mich.”
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