Nach künstlichem Koma und Organversagen: Gionatan startet mit 28 in neues Leben

Gionatan aus Steinheim überlebt 2023 eine Lungentransplantation nur knapp. Der 28-Jährige, geboren mit einem seltenen Immundefekt, beginnt jetzt sein neues Leben.

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Von Autor/in Ayshina Schüller

Für mich ist es eine Wiedergeburt. Es fühlt sich so an, als würde ich jetzt erst mit 28 leben.  

Als Gionatan 2023 eine neue Lunge bekommt, ist das seine letzte Überlebenschance. Der 28-Jährige wird mit einem seltenen genetischen Immundefekt geboren. Vier Stammzelltransplantationen retteten ihm als Kind das Leben – schädigen aber langfristig seine Lunge. Mit Anfang 20 bekommt Gionatan dann kaum noch Luft: „Zwei Schritte gehen, dann war ich außer Puste. Ich saß im Rollstuhl, war an Sauerstoff angewiesen. Mein Leben war nur daheim.“ 

Während des künstlichen Komas sind Kastanien Glücksbringer 

2023 kollabiert seine Lunge. Während er auf eine Spenderlunge wartet, wird er für drei Monate in ein künstliches Koma versetzt. In dieser Zeit bringt ihm ein Arzt zwei Kastanien als Glücksbringer vorbei. Kurz darauf kommt dann der Anruf: Eine passende Spenderlunge ist da. „Die zwei Kastanien haben für mich daher eine große Bedeutung“, erklärt Gionatan. 

Schwere Komplikationen – und eine unerklärliche Genesung 

Doch die Operation verläuft nicht wie geplant: Die neue Lunge wird verletzt, Gionatan verliert massiv Blut. Kurz darauf versagen Leber und Nieren. „Die Ärzte haben mir drei Stunden gegeben“, sagt er. Als seine Familie kommt, um sich zu verabschieden, beginnen Leber und Nieren wieder zu arbeiten. „Wie durch ein Wunder“, beschreibt er das später. 

Gionatans neues Leben: Umzug, Reisen und neue Perspektiven 

Heute spricht Gionatan von einer Wiedergeburt. „Ich kann jetzt einfach leben und das nachholen, was ich die ganzen Jahre verpasst habe.“ Vor kurzem ist er zu Hause ausgezogen und geht auf Reisen nach Italien, Kroatien, Spanien — Dinge, die früher unmöglich waren. 

Perspektivwechsel: Alltagsprobleme verlieren an Bedeutung 

Auch wenn es noch Einschränkungen gibt: Er muss auf seine Ernährung achten und hat Beinschmerzen. Aber sein Blick auf Probleme hat sich verschoben. „Alltagsprobleme sind für mich keine Probleme mehr.” Sein Humor hilft ihm zusätzlich, durchzuhalten. 

Die zwei Kastanien trägt er noch immer bei sich – als Erinnerung an seine zweite Chance und daran, wie kostbar das Leben ist. 

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Ayshina Schüller
Onlinefassung
Nora Schwarz