Der Kontakt mit den Kunden und die Erfahrung, die ich sammle, haben mich selbstbewusster und entscheidungsfreudiger gemacht.
Kioskbesitzerin: Wie kam es dazu?
Auf die Idee mit dem Kiosk ist Tatjana durch ihren Schwager gekommen. Er sieht eine Anzeige auf Facebook und leitet sie an Tatjana weiter. So kommt es, dass Tatjana einen Kiosk in Fellbach übernimmt und das zusätzlich zu ihrem Job in einer Drogerie. Durch die Übernahme bringt der Kiosk Stammkundschaft mit, die regelmäßig vorbeikommt: „Hätte ich bei null anfangen müssen und wäre es ein leerer Laden ohne Inventar gewesen, hätte ich es nicht gemacht. Das ist heute schon ein Risiko.“ Heute führt Tatjana gemeinsam mit ihrer Schwester Jennifer zwei Kioske. Wenn die beiden mal nicht arbeiten, werden sie von ihrer Stammkundschaft vermisst: „Die kennen uns und kommen ja auch wegen uns. Weil wir gerne reden, quatschen und zuhören. Manchmal vergesse ich dann auch die Zeit und mein Privatleben.“
Was verdient man mit einem Kiosk?
Die beiden wollen mit ihrem Kiosk einen Ort schaffen, wo Jung und Alt zusammenkommen. Sie bieten daher regelmäßig auch Aktionen im Kiosk an. Aber lohnt sich das auch? Die 31-Jährige erzählt: „Ich werde nicht reich vom Kiosk, aber ich kann sehr gut davon leben. Man kann sich etwas gönnen, ohne zu überlegen, ohne jeden Cent umdrehen zu müssen.“ Und sie nimmt auch bei ihrer Kundschaft wahr: „Am Anfang des Monats haben die Leute mehr Geld, das merkt man halt. Mitte des Monats geht der Umsatz nach unten und dann ist wieder Highlife.“
Es gibt schon Begegnungen, über die du nachdenkst. Ich habe keine Scheuklappen an und nehme auf, was die Menschen mir erzählen. Wir tauschen uns dann aus und versuchen zu helfen.
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Anne lebt seit 30 Jahren nachhaltig und ressourcenschonend im Tiny-House
„Auf meinen Reisen habe ich gesehen, mit wie wenig ich auskomme. Je weniger ich zu versorgen habe, desto weniger Arbeit habe ich damit.“ (Anne, 74 aus Steinbach bei Bad Schussenried)
Seit fast 30 Jahren wohnt Anne jetzt schon in ihrem kleinen Tiny Holzhaus. Sie lebt extrem sparsam, nachhaltig und ressourcenschonend, auch wenn das gar nicht ihre Hauptmotivation war. Ihren Lebensstil führt sie auch nicht aus irgendeiner politischen, religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung heraus. „Ich sehe das ganze Leben als Experiment. Was mir guttut, mache ich weiter. Wenn mir etwas nicht mehr bekommt, werde ich es ändern.”
Das Haus ließ sich Anne speziell anfertigen. Dabei war ihr wichtig, dass überall die Form des Vierecks wiederzufinden ist. Für sie hat das Viereck eine klare und ordnende Wirkung. Auch sonst legt Anne viel Wert auf Ordnung: „Die Hütte lebt davon, dass die wenigen Dinge, die es in ihr gibt, alle ihren Platz haben. Sie erzieht einen zur Ordnung.”
Als sie die Hütte bauen ließ, lieh sich Anne 124.000 Mark von der Bank und verkaufte ihr Auto für 10.000 Mark. Dieses Geld reichte aus, um das komplette Grundstück und das Holzhaus zu kaufen. Die Aussicht auf eine geringe Rente brachte sie dazu, möglichst schnell eine eigene Immobilie finanzieren zu wollen, damit sie keine Miete mehr zahlen muss.
Gerade mal 4x4 Meter groß ist das Mini-Holzhaus von Anne. Sie lebt hier weitgehend minimalistisch ohne Strom, verbraucht kaum Trinkwasser und ihre Heizkosten belaufen sich auf rund 150 Euro pro Jahr. Trinkwasser verbraucht sie nämlich nur fünf Liter am Tag. Das restliche Brauchwasser bezieht Anne aus einer Zisterne in ihrem Garten. Geheizt wird das Häuschen mit einem kleinen Holzofen. Solange es ihr möglich ist, möchte Anne so weiterleben.
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