Beste Freundinnen durch Multiple Sklerose? Wie Anny und Conny nach der Diagnose Freundinnen werden

Die beiden Freundinnen Anky (37) und Conny (35) leben beide mit Multiple Sklerose. Wie sie durch ihre Diagnosen Freundinnen wurden und wie sie über MS aufklären, haben sie uns erzählt.

Teilen

Stand

Es war natürlich nicht schön, mit 34 in Rente gehen zu müssen, aber mit guten Freunden schafft man das auch.

Unterschiedliche Symptome bei MS 

2011 erhält Anky die Diagnose Multiple Sklerose. Angefangen hat es bei ihr mit einem Taubheitsgefühl auf der linken Gesichtshälfte. Sie erzählt, durch die MS sei sie von kognitiven und feinmotorischen Schwierigkeiten, ständiger Müdigkeit und starken Nervenschmerzen betroffen. Ihre Freundin Conny bekommt die Diagnose 2015. Ihre Erkrankung sei geprägt von Schüben, wobei der Verlauf schlechter werde. Sie beschreibt, ihre Arme und Beine fühlen sich schwer an, sodass sie nicht mehr weit laufen könne. Unscharfes Sehen, Erschöpfung und Müdigkeit schränke sie ein. Durch ihre Hypersensibilität spüre sie die Symptome mehr. 

Beste Freundinnen durch die Diagnose Multiple Sklerose 

Anky (37) und Conny (35) kennen sich seit dem Kindergarten. Dort haben sie kaum Kontakt. Erst durch ihre MS-Diagnosen lernen sie sich richtig kennen und freunden sich an. Anky sagt über Conny: „Wir sind ‚Best-MS-Buddys‘. Es war eine große Erleichterung, als wir uns zusammen hatten. Es war jemand da, dem ich nicht erklären musste, wie ich mich gerade fühle, sondern der genau das Gleiche fühlt. Wir haben uns nicht gesucht, aber als wir uns gefunden haben, gegenseitig gebraucht.“ Conny ergänzt: „Damit wir uns psychisch nicht verlieren, ist es ganz wichtig, dass wir uns gegenseitig haben und über alles sprechen und uns unterstützen können. Der Austausch ist leichter als mit gesunden Menschen. Ich habe das Gefühl, andere Menschen versuchen, uns Tipps zu geben und die wollen wir gar nicht hören. Es ist, wie es ist, und das muss man akzeptieren, damit man mit der Krankheit leben kann.“ 

Die MS hat uns zusammengebracht. Conny, 35, über die Freundschaft zu Anky 

 Anky und Conny setzten sich zur Aufklärung über MS ein 
Um Vorurteile abzubauen, haben die beiden gemeinsam ein Kinderbuch geschrieben. Darin erklären sie die MS mit ihren verschiedenen Symptomen. Die Idee dazu hatte Conny, die auch die Illustrationen umgesetzt hat. Anky hat die Geschichte geschrieben. „Mir war es beim Schreiben ganz wichtig, die Krankheit so leicht wie möglich zu erklären. Wenn es die Kleinsten verstehen, verstehen es auch die Großen. Den Leuten wird durch das Buch bewusst, wie unterschiedlich MS sein kann.“ Durch das Buch erleben sie Veränderungen in ihrem Alltag. Conny berichtet: „Es wird angenommen, es wird nochmal hinterfragt und es öffnet verschiedene Facetten von der Krankheit. Wir sind auch ganz stolz, dass wir das Buch jedem zeigen dürfen und freuen uns jedes Mal, wenn wir ganz tolle Resonanz bekommen.“ 

Multiple Sklerose (MS) ist eine autoimmune, chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. MS kann sich sehr unterschiedlich äußern, und der Verlauf der Symptome ist individuell. Der hier dargestellte Krankheitsverlauf von Anny und Conny stellt keinen medizinischen Rat dar und ist nicht auf andere Betroffene übertragbar. Bei eigenen Beschwerden oder Unsicherheiten wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt zur fachlichen Abklärung. 

Tübingen

Medizinische Forschung in Tübingen Multiple Sklerose stoppen mit CAR-T-Zellen?

Sogenannte CAR-T-Zellen haben offenbar das Potential, Erkrankungen wie Multiple Sklerose zu stoppen. Wie langanhaltend der Effekt sein wird, muss sich zeigen.

Impuls SWR Kultur

Westerwald

Nikolaus für alle – Marcel und sein Team beschenken benachteiligte Kinder

Kranke und einsame Kinder – auch sie sollen am Nikolaus ein Geschenk bekommen. Das hat sich Marcel zur Aufgabe gemacht, mit dabei: Polizei, Feuerwehr und mehr.