Ida (94) setzt sich für die Gleichberechtigung der Frau in der katholischen Kirche ein

Ida Raming gilt als eine der Vorreiterinnen der Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche. Heute lebt sie in Stuttgart und setzt sich auch mit 94 noch dafür ein.

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Von Autor/in Simon Exner

Ich kämpfe für die Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche. 

 Religion fasziniert Ida schon als kleines Mädchen. Als Kind spielt sie im Wald mit anderen Kindern Messe. Sie bauen kleine Altäre, basteln einen Kelch, alles wie in der echten Kirche. Nur dass Ida hier mitspielen darf. Denn in der echten Kirche durfte sie nicht Messdienerin werden – die Jungs schon, sie nicht. Weil sie ein Mädchen war. Damals macht es Ida traurig, aber es ist auch der Beginn von etwas Größerem, erklärt sie. 

Ida Raming studiert katholische Theologie und trifft dabei eine wichtige Mitstreiterin  

Nach dem Abitur entscheidet sich Ida für ein Theologiestudium in Münster. Ihre Eltern ermöglichen ihr diesen Weg. Im Studentinnenheim trifft sie auf Iris Müller. Eine Frau, die laut ausspricht, was Ida schon lange fühlt: „Ich bin nicht einverstanden mit der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft.“ Die beiden schließen sich zusammen und kämpfen dafür, dass Frauen mehr Möglichkeiten in der Kirche bekommen.  

Konfrontation mit späterem Papst Benedikt XVI, um Gleichberechtigung zu erlangen 

Ida und Iris stoßen auf massiven Widerstand. Sogar den späteren Papst Benedikt XVI konfrontieren sie, als dieser noch als Professor Ratzinger in Münster lehrt. Auch er macht ihnen klar: Mit ihm wird die Rolle von Frauen in der katholischen Kirche nicht neu gedacht. Doch Ida und Iris geben nicht auf: „Wahrheit wird siegen, nicht die Lüge.“ Und so kämpfen sie weiter, über Jahrzehnte hinweg. 

Frauen als katholische Priesterinnen: die sogenannten „Donau-Priesterinnen” 

Im Jahr 2002 geschieht etwas Historisches. Auf einem Schiff auf der Donau werden sieben Frauen zu Priesterinnen geweiht – gegen das Kirchengesetz. Ida ist eine von ihnen. „Wir haben eine Schwelle überschritten. Wir haben eine Schranke überwunden. Eine Schranke, auf der steht: Frauen dürfen nicht hinüber.” Die „Donau-Priesterinnen” werden sie später genannt. Die Reaktion der Kirche kommt schnell: die Exkommunikation. Doch keine der sieben Frauen bereut es. Keine kehrt um. 

 Der Glaube daran, dass sich auch die katholische Kirche in Bezug auf Gleichberechtigung ändern wird 

Auch heute mit 94 kämpft Ida immer noch. Denn: „Alles ist erkämpft worden. Das Wahlrecht für Frauen, Professorinnen an theologischen Fakultäten.“ – Fortschritte, die sie selbst miterlebt hat. Und sie glaubt fest daran, dass sich eines Tages auch die katholische Kirche ändern wird. 

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Simon Exner