Als Sanitärreiniger putzt Sinan die öffentlichen Toiletten in Stuttgart

Als Kind wollte Sinan großer Geschäftsmann werden. Heute arbeitet der Stuttgarter als Sanitärreiniger und erzählt, was er an einer Arbeit so gerne mag.

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Von Autor/in Leonie Maderstein

Ich sage immer: ‚Okay, ich habe starke Nerven.‘ Aber man ist immer wieder überrascht.

Sinan hält Stuttgarts öffentliche Toiletten sauber  

Seit Januar arbeitet Sinan als Sanitärreiniger bei der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Dabei gehört es zu seinen Aufgaben, zusammen mit seinen Kollegen die insgesamt 70 öffentlichen Toiletten der Stadt Stuttgart sauber zu halten. Es gibt verschiedene Touren, die in Früh- und Spätschichten abgefahren werden. Je nach Tour sind es acht bis 14 Toiletten. Die meisten davon werden mehrmals pro Schicht gereinigt.

Früher hat Sinan auf der Baustelle gearbeitet. Wenn er frei hatte, halft er seiner Frau manchmal bei ihrer Arbeit: Sie ist Reinigungskraft bei der AWS. Als ihre Chefs Sinan bei der Arbeit beobachten, bieten sie ihm direkt eine Stelle als Sanitärreiniger an.

Trotz ekliger Toiletten bleibt Sinan motiviert 

Seitdem hat er schon viel erlebt: angezündete Toiletten, Salatköpfe im Klo und Kaffeepulver im Pissoir. „Ekelhaft ist, wenn ins Waschbecken gekotzt wurde,“ erzählt Sinan. Doch Sinan lässt sich seinen Spaß bei der Arbeit nicht nehmen. „Ich bin motiviert, weil meine Familie ist glücklich. Mit dem Geld, das ich verdiene, kann ich schön leben.“ Für Sinan zählt jedoch nicht nur der finanzielle Aspekt, sondern auch die Freude, die er verspürt, wenn er einen dreckigen Ort zu einem sauberen macht. „Dann weiß ich: ‚Okay, hier habe ich etwas Schönes geleistet.‘“ 

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Autor/in
Leonie Maderstein
Onlinefassung
Julia Reithmeier