Karate hilft Mobbing-Opfer Mey aus Teufelskreis

Jahrelang wird Mey aus Reutlingen in der Schule brutal gemobbt. Dann beginnt sie mit Karate. Der Sport verhilft ihr zu neuem Selbstbewusstsein und das Mobbing hört auf. 

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Von Autor/in SWR

Ich habe immer gesagt, wenn ich groß bin, will ich anderen Kindern helfen, damit ihnen nie das Gleiche passiert wie mir.

Flucht aus dem Libanon 

Als Mey sechs Jahre als ist flüchtet sie mit ihrer Familie wegen des Libanesischen Bürgerkriegs aus ihrer Heimat Libanon. „Ich erinnere mich noch, wie wir bei einem Alarm in die Badewanne gesteckt wurden, mit einer Matratze über dem Kopf.“ In Reutlingen beginnt die Familie ein neues Leben.  

Brutales Mobbing von der ganzen Schulklasse 

Mit elf kommt Mey in eine Schule, in der sie die einzige Ausländerin ist. Über Jahre mobben und verprügeln die Mitschülerinnen und Mitschüler das zierliche Mädchen. „Ich kam regelmäßig mit Kratzern und blauen Flecken nach Hause.“ Doch aus Angst verschweigt Mey ihren Eltern die Wahrheit. „Ich habe immer erzählt: Wir haben nur gespielt. Deshalb haben sie nichts geahnt.“

Ausweg? Nicht mehr zur Schule gehen 

Mey beginnt, die Schule zu schwänzen. Sie hat die Hoffnung, dass die Kinder sie vergessen und aufhören sie zu mobben. Aber es geht weiter. „Sie haben sich im Kreis um mich gestellt und auf mich draufgetreten. Keiner hat etwas dagegen unternommen.“  

Karate verhilft Mey zu neuem Selbstbewusstsein 

Erst als Mey beim Schwänzen von ihren Eltern erwischt wird, erzählt sie ihre Geschichte – und wird zum Karate geschickt. Meys Rettung. Sie wird immer selbstsicherer und holt einen Titel nach dem anderen. Mit 16 ist sie deutsche Meisterin, schafft es bis in die Nationalmannschaft. 

Mit der eigenen Karateschule anderen Kindern helfen  

Heute brennt Mey noch immer für den Kampfsport. Sie hat ihre eigene Karateschule eröffnet und will ihren Schülerinnen und Schülern helfen, damit ihnen nicht das Gleiche wie ihr widerfährt: „Ich bekomme Rückmeldungen, dass die Kinder selbstbewusster werden und ‚Nein’ sagen können. Mir kommen da die Tränen. Ein Kind hat mal gesagt: Danke, dass ich so stark geworden bin.“ 

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Das Heimat-Team stellt sich vor

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Martika Baumert
Porträt Martika Baumert