Was machen Pflegeeltern? Ulrike und Gerold erzählen

Ulrike und Gerold aus Lauchheim sind Kurzzeitpflege-Eltern. Sie nehmen Kinder auf, die für kurze Zeit aus ihren Familien genommen werden müssen.

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Von Autor/in Alexandra Müller

Wenn die Kinder irgendwann wieder gehen, ist es schon traurig. Aber man lässt leichter los, wenn man weiß, dass die Kinder in gute Hände kommen. 

„Wir sind mit Anfang 20 relativ jung Eltern geworden.“ Ulrike und Gerold überlegen, ein drittes Kind zu kriegen – entscheiden sich aber erstmal dagegen. Über Bekannte erfahren sie vom Thema Pflegeelternschaft. Kurze Zeit später macht das Paar eine Schulung für Kurzzeitpflegeeltern. „Wenn ein Kind schnell einen Unterschlupf braucht, sind wir zur Stelle.“  

Warum werden Kinder aus Familien genommen? 

In der Kurzzeitpflege können die Kinder zwischen zwei Wochen und sechs Monaten bleiben, in Einzelfällen länger. Kinder werden aus den Familien herausgenommen, wenn Eltern Drogen nehmen, im Gefängnis sind oder es zu Missbrauch kommt. Aber, erklären die Pflegeeltern: „Ziel ist immer, dass die Kinder zurück in ihre Familien gehen können.“ 

Während der Kurzzeitpflege klärt das Jugendamt, wie es weitergeht, und entscheidet, ob das Kind zurück in die Familie gehen kann, zu Dauerpflegeeltern kommt oder einen Platz in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung findet.  

Verantwortung und Aufgaben von Pflegeeltern 

„Man will alles richtig machen, schließlich steckt man auch in der Verantwortung der anderen Eltern“, erzählen Ulrike und Gerold. „Während das Kind bei uns ist, ist es uns immer ganz wichtig, dass der Kontakt mit der leiblichen Familie nicht abbricht. Unser Haus ist für die Eltern des Kindes immer offen.“  

In der Anfangszeit haben sie Kinder bis 14 Jahre aufgenommen. „Mittlerweile haben wir ein eigenes drittes Kind und nehmen deshalb seit 2014 nur noch Säuglinge auf.“ In den letzten 25 Jahren haben die beiden 35 Kinder betreut. Mit einigen hat das Paar heute noch Kontakt. „Wann der nächste Anruf vom Jugendamt kommt, wissen wir nicht, aber wir freuen uns schon darauf.“ 

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Alexandra Müller
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