Frauen im Handwerk: Elektronikerin Vivienne übernimmt viel Verantwortung im Job

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Von Autor/in Simone Müller

Wir Frauen können das Gleiche leisten wie Männer. Ich finde es gut, dass wir immer mehr werden. Und ich bin auch dafür, dass man junge Mädels ermutigt, eine handwerkliche Ausbildung zu machen. 

Für Vivienne steht fest: Frauen auf dem Bau sind wichtig. Doch sie sind in vielen Handwerksberufen noch unterrepräsentiert. Aber es verändert sich was. Das merkt die Elektronikerin allein an ihrer Arbeitskleidung. „Es wird immer mehr auf Frauenkörper angepasst. Am Anfang gab es keine Damenkleidung. Handschuhe gab es auch nicht in so kleinen Größen. Oder Arbeitsschuhe.“ Mittlerweile hat sie passende Kleidung, beim Werkzeug sieht es anders aus. „Du kommst gar nicht ganz mit einer Hand um eine Schere herum. Werkzeug ist nicht für Frauenhände gemacht.“ Sie drückt die Schere, mit der sie Kabel abzwickt, deshalb am Oberschenkel zu. „Ich sammle blaue Flecken.“  

Watchtipp: Ein Tag als Elektronikerin  

Übrigens: Für das Format 1 Tag, 1 Job haben wir Vivienne einen Tag lang begleitet. Wir wollten wissen: Wie ist der Alltag als Frau auf der Baustelle? Und wie beeinflusst der Job Viviennes Leben ganz allgemein? 

Als Frau auf der Baustelle: Vivienne arbeitet als Elektronikerin für Betriebstechnik | 1 Tag, 1 Job

Als Frau auf der Baustelle: Ja! Aber im höheren Alter will sie lieber im Büro arbeiten 

An ihrem Job schätzt Vivienne die große Abwechslung, denn sie sitzt auch etwa einen Tag pro Woche im Büro. Dort muss sie dokumentieren und Arbeitsvorbereitungen übernehmen, was ein wichtiger Teil in ihrem Beruf ist. „Ohne richtiges Planwerk sind wir draußen im Störungsfall absolut aufgeschmissen.” Außerdem spielt die 26-Jährige mit dem Gedanken, irgendwann noch mehr im Büro zu arbeiten. „Ich muss ehrlich sagen, ich kann es mir nicht vorstellen, bis zur Rente aufm Bau zu arbeiten. Gerade wenn man älter wird, ist es auf der Baustelle schon hart.” Aber bis dahin will sie die Vielfalt noch genießen. Was sie allerdings nicht gerne macht, ist Inkasso, erzählt sie. Also Menschen, die keine Zahlungsmöglichkeit haben, den Strom abzustellen.  

Elektronikerin zu sein ist gefährlich wegen des Arbeitens mit Strom 

Die Gefahren, die ihr Job mit sich bringt, sind für sie kein Problem: „Strom ist immer gefährlich.“ Deswegen befolgt sie streng alle Sicherheitsregeln. Sie weiß auch: „Du merkst schon, wir haben eine Verantwortung, wir müssen abliefern. Aber solange der Kunde nichts von uns mitkriegt, ist alles wunderbar. Dann läuft es. Wenn wir gesehen werden, dann meistens bei Störungen und Stromausfällen, dann merkt man auch die Dankbarkeit bei den Kunden.” 

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Simone Müller