Gerade hat Albert sein Eisernes Priesterjubiläum gefeiert für 65 Jahre im Dienst. Er ist ein Priester, der gerne unter Menschen ist und von der katholischen Kirche Gleichberechtigung fordert:
Wenn wir fordern, dass Gleichberechtigung ist, dann muss das in der Kirche auch umgesetzt werden. Das wünsche ich mir sehr, dass Frauen die gleichen Rechte haben in allem, auch in geweihten Ämtern.
Albert lernt viel für sein Priesteramt in Brasilien
1959 wird der gelernte Schreiner zum Priester geweiht. Seine Art das Amt zu führen, lernt er in Brasilien, wo er ab 1966 eine Pfarrei aufbaute. ”Als ich hin bin, habe ich gedacht, ich weiß, was ich denen zu bringen habe, ich muss versuchen, dass die den Glauben ordentlich leben, möglichst nach europäischer Vorstellung. Da musste ich umdenken, und habe von den Leuten viel gelernt. Diese Art zu leben, für andere da sein“.
Predigten kommen bei Gläubigen gut an
Nach 15 Jahren in Brasilien geht er zurück in den Westerwald, zu seinem Elternhaus, wo er bis heute wohnt. Die Haustür hat er selbst gebaut, genauso Küchenschrank und Tisch. Er ist handwerklich vom Fach und spirituell inspirierend, sagen Gläubige nach dem Sonntagsgottesdienst in Seck. „Es ist phänomenal, was der Mann noch leistet. Wenn sie die Predigt hören, die der noch macht, den Geist, den er versprüht. Wenn wir mehr bei den jungen Priestern so Leute hätten, wären die Kirchen auch wieder voller“, so die Gläubigen.
Mit 70, als Albert in den Ruhestand geht, bittet er um weitere Verwendung im Kirchendienst und ist seitdem “Subsidiar”, priesterlicher Mitarbeiter in der Pfarrei St. Franziskus. Bis heute predigt er frei, zeitgemäß und durchaus kirchenkritisch.
Ich möchte einer von den anderen sein. Ich rede ja auch mit den Leuten Dialekt.
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